The Magic Numbers - The Runaway - Cover
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The Magic Numbers The Runaway


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

The Magic Numbers sind eine Band, die es hervorragend versteht, ihre Musik möglichst organisch klingen zu lassen. Ob dies nun daran liegt, dass die britische Gruppe, welche sich auf ihrem dritten Album „The Runaway“ fein durchdachtem und verträumtem Pop mit den Eckpfeilern Country und Folk hingibt, aus zwei Geschwisterpaaren besteht, soll hier nicht weiter ergründet werden. Jedenfalls haben Romeo Stodart (Gesang, Gitarre, Piano), Michele Stodart (Gesang, Bass), Angela (Gesang, Tasteninstrumente) und Sean Gannon (Schlagzeug, Percussion) ihr neues Album erstmals nach längerer Schaffenspause in einem eigenem Studio in London zusammen mit Produzent Valgeir Sigurdsson (Björk, múm, Bonnie Prince Billy) aufgenommen.

Luftiger und moderner als Midlake, aber zurückhaltender und melancholischer als die Shout Out Louds, vermischen The Magic Numbers präzises Songwriting mit dem zwischen den Stodarts und Angela Gannon wechselnden Gesang, deren Stimmen auch immer wieder zeitgleich harmonisch erklingen („Hurt So Good”), stets stilvoll eingesetzten Streichern („The Pulse”, „The Song That No One Knows”) oder Bläsern („Sound Of Something”, „I'm Sorry”) und einer Selbstbeherrschung, die letztendlich in gefühlvoll-ausgeglichenen Folk-Pop-Songs mündet. Gerade der Opener „The Pulse” fasst die Fähigkeiten der Band perfekt zusammen und geht als bester Song des Albums durch, vom leisem Beginn zum aufschwellenden Streicher-Einsatz baut die Band „The Pulse“ immer wieder einfühlsam auf, nur im nächsten Moment wieder in Stille zu verharren. Die Streicher, die „The Runaway” in der Tat bereichern, wurden von Robert Kirby arrangiert, welcher im letzten Jahr im Alter von 61 Jahren verstarb. Aus diesem Grund endet das Album ihm zu Ehre mit einem Reprise mit den von ihm eingebrachten Arrangements.

Trotz eines Großaufgebots an verschiedenen Instrumenten – wir hören des weiteren Saxophone, Trombone, Trompete, Flöte, Lap Steel Gitarre, Orgel, Glockenspiel und weiteren, die stets sehr dezent in die Songs mit eingebaut werden und einem offenkundigem, tollem Zusammenspiel der Band, schafft es „The Runaway“ nicht, vollends zu bezaubern. Wer zum Beispiel einmal die Gesangshamonien der artverwandten Fleet Foxes gehört hat, kann die der Magic Numbers kaum lobend erwähnen, auch wenn hier beileibe keine schlechte Arbeit geleistet wird. Vielleicht sind es die eher wenig ausdrucksstarken Stimmen, die nur selten haften bleibenden Melodien oder die etwas lang gestreckte Spieldauer von „The Runaway”, man weiß es nicht. Sie haben eindeutig die Mittel und Fähigkeiten zu einem tollen Album, nur fehlen eben die Songs dazu. Auf „The Runaway“ kriegen The Magic Numbers jedenfalls keine magischen Nummern zu stande. Man traut sich kaum, die ganzen Mühen, die Bandmitglieder in ihre Stücke gesteckt haben müssen, als höchst solide abzustrafen. Aber mehr sitzt nun mal nicht drin...

Anspieltipps:

  • The Pulse
  • Hurt So Good
  • Sound Of Something
  • I'm Sorry

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