Lissie - Catching A Tiger - Cover
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Lissie Catching A Tiger


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie schön, dass es zur Abwechslung mal wieder um eine Künstlerin geht, deren Musik noch als handgemacht bezeichnet werden kann.

Mit Elisabeth „Lissie” Maurus aus Rock Island, Illionois (gelegen am Ufer des Mississippi), deutete sich in den vergangenen Monaten der nächste zarte Hype in Sachen Popmusik an. Denn schon ihre erste reguläre EP-Veröffentlichung „Why You Runnin‘“ (11/2009) auf dem Label Fat Possum Records und Tourneen im Vorprogramm von Lenny Kravitz und Ray LaMontagne sorgten dafür, dass die 28-Jährige seitdem als neuer Stern am Folk-Pop-Himmel gehandelt wird. Dazu kamen werbeträchtige Einsätze ihrer Songs in TV-Serien wie „The O.C.“, „Veronica Mars“ und „Grey‘s Anatomy“ – und dass alles ohne Album im Gepäck. Doch dem kann nun Abhilfe geschaffen werden!

Mit „Catching A Tiger“ liegt nun das Longplay-Debüt von Lissie vor, das außerhalb der USA über Columbia Records (Sony Music) erscheint. Das Interessante dabei: Europa kommt als erstes in den Genuss der Albumveröffentlichung, bevor die Amerikaner erst Mitte August bedient werden. In England war es sogar schon im Juni soweit. Das Album wurde unter der Mithilfe von Jacquire King (Kings Of Leon, Norah Jones, Modest Mouse), Ed Harcourt (Phil Manzanera, Howie Beck, Ron Sexsmith), Julian Emery (Boyzone, Taylor Swift, Atomic Kitten) sowie Bill Reynolds (Band Of Horses) eingespielt und verbindet auf wunderbare Weise Country, Blues, Folk und Rock zu einem poppigen Songwriter-Album, mit dem der Sommer, passend zu Lissies Wahlheimat Kalifornien, endgültig kommen kann.

Wie schön, dass es einmal nicht um die nächste Möchtegern-Dance-Pop-Ikone geht, die Lady Gaga an der Hitparadenspitze ablösen soll, sondern zur Abwechslung mal wieder um eine Künstlerin, deren Musik noch als handgemacht bezeichnet werden muss, was nicht bedeutet, dass wir es mit einer Singer/Songwriterin zu tun, die „nur“ auf ihre Stimme und eine Akustikgitarre setzt. Lissies Musik ist kraftvoll und satt arrangiert („When I’m alone“). Da darf auch mal eine E-Gitarre lauter werden („Cuckoo“) oder eine inbrünstige Pianoballade zum Besten geben werden („Bully“). Schnell fällt dabei auf, dass überall eingängige Melodien lauern („Loosen the knot“) und dass sich Lissies Stimme als markantes Organ erweist, das positiv aus der Masse heraussticht („Little lovin‘“). Wenn sie dann zum Schluss, nur in Pianobegleitung, eine Ode an ihre Heimat abliefert, dürfte kaum ein Auge trocken bleiben („Oh Mississippi“) – und der Hörer hat die Gewissheit, mit „Catching A Tiger“ ein starkes Debütalbum gehört zu haben.

Anspieltipps:

  • Bully
  • Oh Mississippi
  • When I’m alone
  • Loosen the knot
  • Everywhere I go

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