Edenbridge - Solitaire - Cover
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Edenbridge Solitaire


  • Label: Napalm Recods/EDEL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Solitaire“ ist ein unerschütterlicher Fels in der Brandung des Symphonic Metal.

Mit der Beerdigung der niederländischen After Forever Anfang letzten Jahres hat der Symphonic Metal eines seiner facettenreichsten Aushängeschilder verloren, da ähnlich ambitionierte Projekte wie Within Temptation, Therion, Nightwish oder Epica sich mehr und mehr den Vorwurf gefallen lassen müssen nichts zur ihrer musikalischen Entwicklung beizutragen oder bestenfalls durchschnittliche Gesangskünste dem anspruchsvollen Hörer vorsetzen. Hier kommen die Oberösterreicher Edenbridge ins Spiel. Mit Sabine Edelsbacher haben die Linzer Lanvall (Gitarre, Bass, Keyboard, Piano), Dominik Sebastian (Gitarre) und Max Pointner (Schlagzeug) nämlich nicht nur ein Goldkehlchen in ihren Reihen, das es annähernd mit einer Floor Jansen aufnehmen kann, sondern auch ein optisch ansprechendes Aushängeschild, das vor allem das Interesse beim männlichen Publikum wecken wird.

Doch nicht nur die weiblichen Vorzüge von Edenbridge überzeugen, auch kompositorisch lockern die Alpenländler das starre Korsett aus Bombast, Operngesang und Streichersamples auf und mischen energischen Power Metal unter die harmonischen Klänge („Solitaire“, „A virtual dream“), streuen folkloristische Elemente dazu („Skyline´s end“) oder steigen in tiefere Riffregionen hinab, die stets einen angenehmen Kontrast zur hohen Singstimme von Sabine bilden („Come undone“, „Further afield“). Die jahrelange Erfahrung ist den Österreichern einfach in jeder Sekunde anzuhören, was den siebten Longplayer mühelos über etwaige andere Konkurrenten heben lässt, egal ob elektronische Spielereien das Geschehen aufpeppen („Out of this world“) oder eine orchestrale Wucht aus den Boxen zischt („Entree unique“, „Exit unique“).

„Solitaire“ ist ein unerschütterlicher Fels in der Brandung des Symphonic Metal, zu abwechslungsreich und anderen Stilen aufgeschlossen um in der eigenen Schublade stecken zu bleiben und dann doch wieder klassisch und geradezu konventionell in der Darbietung ohne ausgetrampelte Pfade zu betreten, sondern bemüht einen eigenen Weg zu beschreiten. Unglaublich, dass es diese Kombo noch nicht zu höheren Erfolgen gebracht hat. Auf der selben Stufe wie Nightwish befindet man sich schließlich schon seit „The grand design“ (05/2006). Es ist also ohne Frage an der Zeit „to reach a little higher“!

Anspieltipps:

  • Skyline´s End
  • Further Afield
  • Come Undone
  • A Virtual Dream

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