Robert Carl Blank - Last Time I Saw Dave - Cover
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Robert Carl Blank Last Time I Saw Dave


  • Label: Analoghaus
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Singer/Songwriter, das ist eine Sparte der Musik, die nie großartig propagiert wird. Zu langsam sind die Arrangements zumeist, um über längere Strecken die Massen zu begeistern. Dies scheint zumindest das offizielle Statement der Plattenfirmen zu sein, denn längst sind Ray LaMontagne, Damien Rice, Dido, James Blunt und wie sie alle heißen, Goldesel mit Garantieschein. Besonders die letzten beiden Namen sorgen mit Popeinschlag für weltweite Erfolge. Die Popschiene ist stark befahren wie eh und je. Ein weiteres Indiz für diese Behauptung ist Milo, der Chartnummern minimalistisch und akustisch covert. Die künstlerische Leistung liegt hierbei nur knapp über dem absoluten Kältepunkt, aber am Ende sprechen die Geldbündel für sich. Das romantische Element, welches so gerne schmachtet, wird dem Menschen ewig erhalten bleiben und wenn dann noch eine Melodie der Marke „Viva La Vida“ hinzukommt oder gar „Satellite“ ist der Hörer so sehr am frohlocken, dass er über beinahe zwanghafte Eingängigkeit nicht klagen möchte. Warum auch? Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier!

Bei der breit gefächerten Konkurrenz der Jetztzeit muss man sich jedoch ein paar Kniffe einfallen lassen, um das große Geld einzusacken. Robert Carl Blank verschenkt das Aufschlagspiel seines Albums in dieser Hinsicht. „Times Like These“ ist eine verboten natürliche Pop-Songwriter-Nummer mit Studiomusiker-Feeling und fehlenden Ecken und Kanten. Zu einfallslos schmiegt er sich an das Ohr des Hörers, vor lauter Angst er könnte jemanden verletzen. Der Titeltrack und das schnittige „Whatever She Does“ erlösen den Hörer von diesem gar zu blassen Korsett. Jetzt wird auf „oohs“ aus dem Hintergrund gesetzt, wie es wieder Mode ist und Gitarrenriffs, die nicht jedermann schmecken. Dass Blank jedoch limitiert ist, offenbart sich allerdings an den immer wiederkehrenden Songstrukturen des Openers. Sei es „Calling Out For Someone“ oder „Jonathan“ und auch die Balladen wollen sich nicht wirklich voneinander unterscheiden.

Lieber ist einem da das überbleibende Drittel worunter der folkige Bonustrack heraussticht oder das lebendige „Eventually“. Wer genau hinhört, merkt spätestens nach dem ersten Durchgang, dass Blank jedoch nur Musik für Einsteiger ist. Der Funken zum Besonderen fehlt schlichtweg. Wer auf Singer/Songwriter-Musik mit viel Pop- und auch Rock-Einschlag steht, der findet hier nur leichte Kost. Als graue Maus mit hier und da aufflackernden Ambitionen in der zweiten Liga könnte man Blank sehen. Mit der Spitzengruppe seines Genres hat er nichts zu tun. Dafür fehlt es an Inspiration und Wagemut. Es geht jetzt nicht mehr nur darum, die Mädchen zum Seufzen zu bringen. Heutzutage will eine ganze Nation bewegt werden, wenn nicht ganze Kontinente. Diese Aufgabe ist ein gutes Stück zu breit für Blanks Schultern.

Anspieltipps:

  • Eventually
  • Last Time I Saw Dave
  • Memories

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