Anaïs Mitchell - Hadestown - Cover
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Anaïs Mitchell Hadestown


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits als 17-jährige begann die Amerikanerin Anais Mitchell Songs zu schreiben. In der Singer/Songwriter Metropole Austin, Texas hatte sie Sprachen und Politik studiert. Ihr Debüt veröffentlichte sie 2002 und nach ihrem Album „Hymns For The Exiled“ (2004) erschien 2007 auf Ani DiFrancos Label Righteous Babe „The Brightness“. Auf diesem war der Song „Hades & Persephone“ vertreten, der nun als ein erster Hinweis für ihr nun vorliegendes viertes Album „Hadestown“ zu verstehen ist.

Der Untertitel „A Folk Opera“ verrät gleich worum es geht und ob man das Ganze nun eine Folkoper oder ein Konzeptalbum nennt, ist einem nach mehreren Hördurchläufen ziemlich egal, denn Anais Mitchell und ihre vielen Gäste verstehen es einen an die Hand zu nehmen und durch einen phantastischen Garten der Mythologie mit aktuellen Bezügen zu führen. Anais Mitchell schlüpft in die Rolle der Eurydike und Justin Vernon (Bon Iver) in die des Orpheus. Greg Brown verkörpert Hades und Ani DiFranco Persephone. Ben Knox Miller von The Low Anthem tritt als Hermes in Erscheinung und The Haden Triplets (Petra, Rachel & Tanya) als Schicksalsgöttinnen.
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Anais Mitchell hat sich das Ganze nicht ausgedacht, also erstmal kein Konzept entworfen. Die ersten neuen Songs kamen „out of nowhere“, wie sie selbst sagt und führten sie zu der mythologischen Geschichte von Orpheus und Eurydike. Michael Chorney, ihr langjähriger musikalischer Weggefährte, hat mit kunstvollen Orchester-Arrangements die Folkoper veredelt und der Multi-Instrumentalist Todd Sickafoose als Musiker und Produzent die Form des Albums vollendet. Es ist müssig hier auf einzelne Songs einzugehen, denn „Hadestown“ entfaltet seine Wirkung im Ganzen. Dass hier mit Folk-, Blues-, Jazz-, Americana-, Cabaret- und Chamber-Pop-Elementen gearbeitet wurde, ist nur die Randnotiz für diese mit Mythologie und aktueller Gegenwart spielende Folkoper.

Anais Mitchell muss nach „Hadestown“ in einem Atemzug mit Künstlerinnen wie Rickie Lee Jones, Ani DiFranco, Gillian Welch und Victoria Williams genannt werden. Selbst die poetische Dichte einer Joanna Newsom wird phasenweise erreicht. Mit vielerlei Saiteninstrumenten, Akkordeon, Vibraphon, Piano, Orgel, Streichern, Bläsern und den oben genannten Singstimmen ist ein fantasievolles Album entstanden, das Aufmerksamkeit abverlangt, letztendlich aber Leichtigkeit, Schmerz, Schönheit und Leid des Seins spiegelt.

Anspieltipps:

  • Wedding Song
  • Gone, I’m Gone
  • Why We Build The Wall
  • Flowers (Eurydice’s Song)
  • How Long?
  • Doubt Comes In

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