Saphir - Saphir - Cover
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Saphir Saphir


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Um Popstar zu werden, kann man gar nicht jung genug anfangen. Das lehrt uns nicht nur die jüngere Popgeschichte. Immer wieder gab es Talente, die schon im Kindesalter für Furore sorgen und die Kassen der Plattenfirmen klingeln lassen. Schön, wenn einem die Suche nach solchen Kassen- und Publikumsmagneten dann auch noch von Dritten abgenommen wird, wie z.B. vom Kinder- und Jugendsender KI.KA, der seit fünf Jahren unter dem Banner „KI.KA Live: Beste Stimme gesucht!“ junge Gesangstalente im Alter zwischen zehn und 17 Jahren sucht.

Ob’s am Ende etwas bringt, sei einmal dahingestellt. Das Engagement ist auf jeden Fall wichtig, auch wenn es sich im Prinzip „nur“ um das x-te Casting-Konzept handelt. Das Ergebnis ist dennoch überraschend. Denn die ausnahmslos weiblichen Siegerinnen der vergangenen Jahre vier Staffeln – Jennifer Haben (14, Siegerin 2007), Kathrin Sicks (13, Siegerin 2008), Lea Nikiforow (15, Siegerin 2009) sowie Amely Sommer (12, Siegerin 2010) – haben sich zu einer gemeinsamen Band zusammengeschlossen. Das ist in etwa so, als würden die DSDS-Sieger Alexander Klaws, Mark Medlock, Daniel Schuhmacher und Mehrzad Marashi gemeinsame Sache machen – nämlich irgendwie verrückt.

Saphir nennt sich die blutjunge Mädchenband, die auf handgemachte Popmusik setzt, die hauptsächlich von externen Songschreibern und Textern geschrieben wurde. So stammt z.B. die erste Single „Orchester in mir“ von Jasmin „Blümchen“ Wagner und Maya Singh (Christina Stürmer, Alexander Klaws, Luttenberger-Klug, Sarah Connor). Sie gibt bereits einen guten Vorgeschmack auf das gesamte Album ab, das lediglich mit einem halben Stündchen Musik aufwarten kann. So zeigen die vier Teenager in nur 33 Minuten, dass sie allesamt hervorragende stimmliche Qualitäten besitzen und auch an ihren Instrumenten eine gute Figur machen.

Weit weniger gefällt dagegen, was den vier Mädels an Songmaterial zur Verfügung gestellt wurde. Denn gut die Hälfte der Songs basiert auf altbackenem Songwriting, das man mit viel Wohlwollen als klassisch bezeichnen könnte und deshalb nur ganz entfernt zu so einer jungen Gruppe passen mag. So wird folgerichtig noch ein Cover des zehn Jahre alten Echt-Songs „Weinst du“ eingespielt und fertig ist ein Popalbum, das den vier jungen Talenten mit seiner ängstlichen und zurückhaltenden Machart nicht gerecht wird. Schade!

Anspieltipps:

  • Warum
  • Weinst du
  • Unsere Welt
  • Orchester in mir

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