Fler - Flersguterjunge - Cover
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Fler Flersguterjunge


  • Label: Ersguterjunge/Sony Music
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit seinem schlicht „Fler” betiteltem Album aus dem Jahr 2009 verabschiedete sich der Rapper Patrick „Fler“ Losensky von seinem langjährigen Label Aggro Berlin, das ein paar Tage nach der Veröffentlichung von „Fler“ aufgelöst wurde. Kurz danach dockte Fler beim Bushido-Label Ersguterjunge an, was nur deshalb möglich war, weil die beiden Ex-Kumpel und Streithähne ihr fünf Jahre andauerndes Zerwürfnis beilegten und seitdem wieder ganz dicke miteinander sind.

Zusammen brachten Sie das Album „Carlo Cokxxx Nutten 2“ (09/2009) auf den Markt, das Fler prompt die beste Chartplatzierung seiner Karriere bescherte. Danach durfte Fler auch in dem Biopic seines Chefs mitspielen („Zeiten ändern dich”) und mit seinem fünften Album „Flersguterjunge“ gibt Fler nun seinen Einstand als Solokünstler auf dem Label des einzigen deutschen Platin-Rappers. Wie schön, dass sich die Star-Rapper wieder ganz doll lieb haben und als neues altes starkes Duo auftreten („Blaulicht bei Nacht“, „Flersguterjunge“). Fler arbeitet seine Vergangenheit auf („Neues Ich“, „Das alles ist Deutschland“), rechnet dabei mit seinem Ex-Label Aggro Berlin und Rapper-Kollegen wie Farid Bang („Alle gefickt“) sowie seiner Mutter ab („Schwer erziehbar 2010“).

Durch diesen künstlerischen Ansatz finden viele Texte in der Vergangenheitsform statt („Halt mich fest“), wobei die Unterstützung Bushidos als Rapper, Texter und Produzent erstaunlich umfangreich ausfällt („Mit dem BMW“) und Fler sicher aus deshalb kaum darum umhinkommt, in vielen Texten eine enorme Dankbarkeit gegenüber Bushido zu äußern. Diese Form der – nennen wir es ruhig so – Arschkriecherei konnten wir bereits auf dem Debütalbum von Kay One („Kenneth Allein Zu Haus“, 05/2010) beobachten, allerdings in ein durchaus abwechslungsreiches, mit einem roten Faden ausgestatteten Album verpackt. Dies geht „Flersguterjunge“ ab und zu etwas ab.

Fler macht wie gewohnt auf Gangsta-Rapper aus dem Ghetto („Bis zum Hals in der Scheiße“), wobei oft düstere Inhalte im Vordergrund stehen („Russisch Roulette“) und nur eine begrenzte Portion Humor zutage tritt („Gewaltbereit“, „Labelboss“). Stilistisch bemühen sich Fler und das Produzenten-Trio Bushido, Beatzarre und Djorkaeff den standesgemäßen dicken Beats mit E-Gitarren („Wer hätte das gedacht, „Blaulicht bei Nacht“, „Das alles ist Deutschland“), Electro-Sounds („Alles ist vergänglich“) und poppigen Melodien („Zu viel geweint“, „Engel der Nacht“) auf die Sprünge zu helfen.

Dieser Plan geht durchaus auf, wodurch „Flersguterjunge“ wie schon der Vorgänger „Fler“ zu einer soliden Deutsch-Rap-Veranstaltung ohne große Sensationen gediehen ist. Mehr kann man von der allgemein schwächelnden Deutsch-Rap-Szene zurzeit auch nicht verlangen.

Anspieltipps:

  • Neues Ich
  • Gewaltbereit
  • Zu viel geweint
  • Flersguterjunge
  • Blaulicht bei Nacht
  • Wer hätte das gedacht
  • Bis zum Hals in der Scheiße

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