Blumentopf - Wir - Cover
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Blumentopf Wir


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutscher HipHop aus Freising wird volljährig! Alles Gute zum achtzehnten Geburtstag an die Spaßtruppe und Wortakrobaten aus Bayern. Stets in den Top20 der Chart mit ihren Alben erfreuen sich die Story-Teller mit ihren heiteren Geschichten großer Beliebtheit. Jetzt ist also „Wir“ angesagt und die knappe Stunde, die auf den Silberlingen eingebrannt ist, verspricht viele neue Absurditäten des Alltags, herrlich frisch erzählt seitens der Bayern-Kombo. 2010 kann man sich gleich doppelt über die Männer mit den fleißigen Mundwerken freuen, da sie auch diesmal wieder „Raportagen“ für die ARD machen und Lust auf Deutschlandspiele schüren.

Mit den Fantastischen Vier haben Blumentopf auch zeitlich gesehen große Konkurrenz, was ihr Album angeht, aber wer die beiden Gruppen genau kennt, der weiß, dass er beides genießen könnte und auch sollte, wenn deutscher HipHop mit Anspruch gerne gehört ist. Gleich der Beginn des Albums bringt Fachwissenspaß, Ehrliche Lügen und ein bisschen Nationalstolz. Da wäre „Systemfuck“, das mit Computersprache sehr gut beschreibt, wie der Alltag so ablaufen kann, während „Erzähl Mir Was“ schön beschreibt, dass wir viel lieber das blaue vom Himmel herab gelogen bekommen, als die bittere Wahrheitspille zu schlucken. Der Titeltrack fördert dann Dazugehörigkeit, denn in der Gruppe ist man bekanntlich stark und wer bei solch einem selbstbewussten Text gleich wegen Nationalismus an die Decke geht, der hat wirklich einen Schatten und die „Taschen Voller Sonnenschein“.

Partytracks mit Kultpotenzial sind natürlich auch vorhanden, wie das tanzbare „Solala“, dass jeder mitsingt ganz unabhängig von Intus und Laune. Gute Laune ist garantiert und alle Wortakrobatenfans merken schnell, dass Blumentopf einfache Sprachaufwärmung lang hinter sich gelassen haben. Willkommen im nächsten Level! Zwar gibt es auch „Nicht Genug“ von Liebesnummern der eher konventionellen Art, aber „Nerds“ ist eine richtig gute Hymne an alle Kinder der PC-Generation. Es geht auch radiotauglich und wie so oft und üblich hat diese Nummer („Mein Dein“) Gastunterstützung (in diesem Fall von Janna). Im Eigenheim haut man sich aber lieber „Hunger“ oder „Ausmisten“ um die Ohren, die beinahe rockig klingen und mit ordentlich Wucht zum Mitsprechen anspornen. Alleine für dieses Vorhaben wird ein mancher die Zeit bis zum nächsten Album brauchen. Lieber jetzt noch schnell die Zunge versichern lassen, denn ein paar Stolperer wird das Sprechorgan wohl mitmachen müssen. Alsdann: Zungen- und Stimmbruch!

Anspieltipps:

  • Nerds
  • Solala
  • Wir

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