Hot Hot Heat - Future Breeds - Cover
Große Ansicht

Hot Hot Heat Future Breeds


  • Label: Dine Alone Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles zappelt wieder ein wenig mehr, ist aufgeregter und nicht so glatt poliert.

Den generellen Pop-Appeal des tanzbaren Indie-Rock zum trotz, hatte die Mainstream-Werdung von Hot Hot Heat etwas Absurdes. Als echte Synth-Punk-Band unter Sub Pop gestartet, transformierte man mit Besetzungswechsel, die unter anderem Steve Bays vom Keyboarder zum Sänger/Keyboarder und Bandleader machten, hin zum heißesten Gitarren-Sound des frühen 21. Jahrhunderts, dem schnell verglühenden Indie-Rock aus der Garage. Das Major-Debüt „Make Up The Breakdown“ ließ die Vancouveraner auch ganz gut mitschwimmen im Strom der rockenden Zeit, nur dachte man sich danach dummerweise, wie die meisten, da ginge noch sehr viel mehr mit der Bekanntheit und den Dollars, und schwups wurden „Elevator“ und vor allem das grausige „Happiness LTD.“ radiotaugliche Pop-Anbiederungen mit denen man kein großes Geld verdiente, aber seine Seele auf Jahre dem Markte und nicht der persönlichen Passion verpfändete.

Auf die Fresse geflogen entsinnt man sich nun, drei Jahre nach dem in die Hose gegangen Mainstream-Versuch, wieder auf die alten Indie-Rock-Leisten. Gut so. Und gut auch das Ergebnis von „Future Breeds“. Alles zappelt wieder ein wenig mehr, ist aufgeregter und nicht so glatt poliert – ein unkalkulierter Ausbruch also, wie Indie-Rock sein sollte. Die Absurdität mit dem Geld-verdienen-wollen gescheitert, aber mit dem szenetauglichen Zappel-Sound aus dem underground bekannt geworden zu sein macht Weise und so regieren auf „Future Breeds“ wieder sehr eingängiger, krachiger, moderner Rock, mit Gitarren aus der Garage und sirenengleiche, live für ordentlich Stimmung sorgende Keyboard-Sounds. „YVR“, „JFK’s LSD“, „Implosionatic“, „What Is Rational?“ und der Titelsong drücken ordentlich auf die Tube und machen verschwitzt. Auch dezente Weiterentwicklungen und Neuerungen, wie ein schönes Saxophon-Outro auf „Zero Results“, lassen den Daumen nach oben schnippen, vor allem aber hört man „Future Breeds“ an, dass Hot Hot Heat ganz passable Musiker geworden sind, die Streicher, Klavier, Saxophon und anderes mehr in Indie-Rock gelungen einzubringen verstehen und die rhythmisch und akkordtechnisch mehr als das Garagen-Rock-Einmaleins drauf haben.

Hot Hot Heat sind weitgehend rehabilitiert. Man wird wieder tanzen zu ihren Gitarren/Keyboard-Sounds, denn Indie-Rock-DJs werden, im Gegensatz zum letzten Album, sich diese Scheibe besorgen und das ein oder andere Pröbchen des Nachts zum Besten geben.

Anspieltipps:

  • Implosionatic
  • YVR
  • JFK’s LSD
  • What Is Rational?

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Niente
  • 2017    
Diskutiere über „Hot Hot Heat“
comments powered by Disqus