Indica - A Way Away - Cover
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Indica A Way Away


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Ergebnis ist weder Gothic noch Metal, dafür aber umso ehrlicher geworden.

„Für Indica scheint es nur einen Weg zu geben – nach oben“ - Diesen Satz aus dem Pressetext zum neuen Album der finnischen Durchstarter kann man durchaus wörtlich nehmen. Tatsächlich scheint es im Bereich der leicht alternativen Musik kaum eine Band zu geben, die in den vergangenen Monaten so viele tatkräftige Unterstützung von Kollegen und der Musikindustrie erhalten hat, wie es bei Indica der Fall ist. Vor allem dem Nightwish-Lager scheinen die fünf Mädels aus Finnland wirklich am Herzen zu liegen. So begleiteten Indica die Symphonic-Metaller nicht nur auf zwei vergangenen Tourneen, sondern ließen sich von Nightwish-Mastermind Tuomas Holopainen selbst den Sound für ihr erstes international-veröffentlichtes Album auf den Leib zimmern.

Und tatsächlich ist beim Opener „Islands Of Light“ der Nightwish-Einfluss eindeutig. Neben dem Riffing funktionierte die Melodieführung auf der einen oder anderen poppigen Nightwish-Nummer aus dem letzten Album recht ähnlich. Dennoch ist der reinen Frauenband kaum damit genüge getan, sie als mainstreamige Nightwish-Variante abzustempeln. Freilich klingt das Ergebnis bei Indica dann noch eine ganze Ecke glatt-gebügelter und teils folkloristisch-angehaucht.

Nicht ohne Grund hat das Selbstverständnis dieser Band mit Rock- oder gar Metal-Musik nur am Rande zu tun. Denn auch, wenn bei einer Handvoll Songs ein paar Alibi-Gitarren regieren („Precious Dark“, „Scissor, Paper, Rock“), ist „A Way Away“ in erster Linie reinster Dark-Pop. Ob bei dem ruhigen „Lilja's Lament“ oder der Hyper-eingängigen Single „In Passing“: Indicas Musik ist gezeichnet von atmosphärischen Einflüssen, starken Melodien und der sehr eigenständigen Stimme von Sängerin und Violinistin Jonsu. Überzeugend wandlungsfähig, schafft sie es sowohl emotionalen Songs wie dem Titeltrack „A Way Away“, als auch Pop/Rock-Nummern der Marke „Straight And Arrow“ ihren Stempel aufzudrücken.

Somit ist das Ergebnis weder Gothic noch Metal, dafür aber umso ehrlicher geworden. Die Songs auf „A Way Away“ klingen nicht aufgesetzt, machen Spaß und sind nicht über- oder unterfordernd. Aus diesem Grund werden Indica hierzulande zweifellos zahlreiche Fans vom Pop- bis zum Gothic-Lager finden. Denn Indica nimmt man die Musik, die sie spielen tatsächlich ab. Und das ist leider eine Seltenheit.

Anspieltipps:

  • Precious Dark
  • Scissor, Paper, Rock
  • A Way Away

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