Stars - The Five Ghosts - Cover
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Stars The Five Ghosts


  • Label: Soft Revolution Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass das Eis schnell gebrochen ist und der Hörer langfristig in eine bessere Welt abtaucht, wenn der Zugang erst einmal vollbracht ist, ist keine Überraschung.

Man kann die Stars sicherlich als kanadische Indie-Pop-Referenz der letzen Jahre bezeichnen, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Genügend Herzen haben sie mit perfekten Melodien, allgegenwärtiger, euphorischer Sehnsucht sowie vereinnahmender Melancholie erreicht, so dass Album Nr. 5 „The Five Ghosts“ drei Jahre nach der Offenbarung „In Our Bedroom After The War“ mit berechtigter Spannung und Vorfreude erwartet wurde. Zum ersten Mal konnten sie sich ausreichend zusammenhängende Zeit nehmen, um gemeinsam als Band nachhaltig zu arbeiten. Von allen Stars-Mitstreitern (nämlich Amy Millan, Evan Cranley, Torquil Campbell, Patty McGee sowie Chris Seligman) geschrieben und von Tom McFall produziert, der bereits für den 2005´er Durchbruch „Set Yourself On Fire“ die Verantwortung an den Reglern übernahm, ist „The Five Ghosts“ wieder einmal überragend und noch dazu mit einem Gast-Auftritt von Andrew Whiteman (Broken Social Scene) versehen.

Obwohl die Rückkehr zu Produzent Tom McFall eine Tendenz zu eher rockigen Tönen wie auf „Set Yourself On Fire“ vermuten lässt, ist „The Five Ghosts“ eine konsequente Weiterführung des letzten Longplayers, d..h. zuckersüßer Indie-Pop, oft elektronisch angereichert und wie im Falle von einem mit R'n'B-Ausstrahlung infiziertem Groove bei „We Don´t Want Your Body“ auch leicht unterkühlt, aber nicht weniger bestechend. Wunderbar tröpfelnder Synthie-Pop verschmelzt in „The Last Song Ever Written“ mit zweistimmigem Gesang, der wie so oft bei Stars jeden noch so grauen Tag rettet, ja auch jede Menge Leben retten kann, retten wird. In eine ähnliche Kerbe schlägt „How Much More“, dafür allerdings deutlich tanzbarer und durch beherzte Gitarren geerdet. Neben „Fixed“ sowie „He Dreams He´s Awake“ (diese postrockigen Soundscapes!) in jedem Fall einer der bahnbrechenden Songs auf dem Album.

Dass das Eis schnell gebrochen ist und der Hörer langfristig in eine bessere Welt abtaucht, wenn der Zugang erst einmal vollbracht ist (was zumindest seit „Set Yourself On Fire“ selbstverständlich sein sollte), ist keine Überraschung. Doch wie mittlerweile Perfektion zum Standard der Kanadier gehört und wie scheinbar beiläufig sie Pop-Hymnen mit einer Regelmäßigkeit schreiben, ist direkt schwindelerregend. Wenn einem da nicht vor lauter Staunen und Überwältigung die Worte ausgehen würden, könnte dieser Text noch sehr lange so weitergehen, doch zum Schluss noch eine Zusammenfassung, bevor der Selbstversuch eindringlich empfohlen sei: Umgarnende Synthesizer, herzzerreißender Gesang von Amy Millan sowie Torquil Campbell, glückselige Streicher und nicht zuletzt das herausragend harmonische Songwriting machen die fünfte Langspieler-Reise der Stars zu einem grandiosem Urlaub von allen irdischen Sorgen.

Anspieltipps:

  • I Died So I Could Haunt You
  • Fixed
  • He Dreams He´s Awake
  • The Passenger
  • How Much More

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