Circa Survive - Blue Sky Noise - Cover
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Circa Survive Blue Sky Noise


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass durch eine spontane Session von Anthony Green (damals Sänger bei Saosin) und Colin Frangicetto (This Day Forward) entstandene Band-Projekt Circa Survive hat nach zwei erfolgreichen Indie-Alben einen Vertrag mit dem Majorlabel Atlantic Records unterschrieben, der dem Quintett (neben Green am Mikro und an der Gittarre sind dies noch Steve Clifford an den Drums, Nick Beard am Bass und Brendan Ekstrom an der Gitarre) den weltweiten Durchbruch bescheren soll. Schließlich sieht man sich stilistisch durchaus auf einer Stufe mit Bands wie My Chemical Romance, Coheed & Cambria und ... And The Academy Is, sprich als melodramatische Rockband aus der Emo/Screamo-Ecke.

Mit dem Produzenten David Bottrill (Muse, Placebo, Staind, Godsmack, Tool) hat man genau den richtigen Mann für diese Aufgabe verpflichtet. Er weiß, wie man progressive Songstrukturen mit einer wuchtigen Klangfarbe kombiniert, ohne den geneigten Hörer zu erschlagen. Für „Blue Sky Noise“ galt, den Songs genügend Raum zur Entfaltung von Details und Strukturen zu lassen und trotzdem im richtigen Moment einen satten Punch an den Tag zu legen. Dadurch werden überflüssige Frickeleien im Keim erstickt und die Band fokussiert sich auf ein Dutzend relativ kompakte Songs, die trotz der gewöhnungsbedürftigen Stimme von Anthony Green sehr gut ins Ohr gehen.

Grundsätzlich muss festgestellt werden, dass Circa Survive mit ihrem Majordebüt an Härte verloren und an Eingängigkeit zugelegt haben. Das kann man als Fan der ersten beiden Alben verteufeln, muss es aber nicht. Denn unterm Strich ist das Songmaterial auf „Blue Sky Noise“ – trotz einer Top-30-Platzierung in den USA – immer noch außer Verdachtsreichweite, was puren Mainstream-Rock angeht. Zwar sind einige Harmonien arg süßlich geraten („I felt free“) oder es kommt ein Kinderchor zum Einsatz („Dyed in the wool“), doch dies alles wird in fein ausgearbeiteten Songstrukturen gut versteckt, sodass sich weder schnelle Abnutzungserscheinungen zeigen, noch Ausverkaufsvorwürfe angebracht werden können. Fazit: Komplexität auf eine andere, sehr angenehme Art.

Anspieltipps:

  • Get out
  • Glass arrows
  • Imaginary enemy
  • Spirit of the stairwell
  • Through the desert alone

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