Robert Wyatt - His Greatest Misses - Cover
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Robert Wyatt His Greatest Misses


  • Label: Domino/INDIGO
  • Laufzeit: 75 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Mitbegründer von Soft Machine, einer legendären, 1966 formierten Psychedelic Rock-Band mit Einflüssen aus Jazz sowie Klassik, zu denen Robert Wyatt sein virtuoses Schlagzeugspiel und Gesang beisteuerte, verließ Wyatt dieses Gespann, um solo und mit seinem eigenen Projekt Matching Mole weiterzumachen. Letzteres dauerte allerdings nur zwei Alben lang und wurde von einem tragischen Unfall gefolgt, seitdem der Singer/Songwriter im Rollstuhl sitzen muss. An seiner Begierde nach Musik ändert dies zum Glück jedoch nichts, fängt er doch noch im Krankenhaus an, Stücke für das Album „Rock Bottom“ zu schreiben. Auch wenn Robert Wyatt mit vielen großen Namen (Björk, David Gilmour, Mike Oldfield) zusammenarbeitete, Elvis Costello für ihn den Song „Shipbuilding“ schrieb und er in Klassik- wie Jazz-Kreisen anerkannt ist, dürfte die zuvor nur in Japan veröffentlichte „His Greatest Misses“ für viele Leute als Einstieg interessant sein.

Oft als Referenz für dunkle, vertrackt schöngeistige Musik mit prägnanter Piano-Instrumentierung angeführt, bietet diese Compilation mit „Worship“ schon früh ein perfektes Beispiel: Langsam schiebt sich das Klavier an den jazzigen Percussions vorbei und wird gesanglich vom wandlungsfähigen, authentisch Zerrissenheit versprühendem Gesang so wunderbar umgarnt, dass der direkte Weg zum Herzen vorprogrammiert ist. Gerade die Kunst, gefühlsmäßig ohne Umschweife zu berühren und dennoch höchst komplexe Arrangements mit rhythmischer Finesse zu kreieren, ist auf „His Greatest Misses“ jederzeit zu bewundern.

Direkt gradlinig kommt der Monkees-Hit „I´m A Believer“, mit dem Wyatt die britischen Single-Charts eroberte, aus den Boxen. Verspielt euphorische Piano-Sounds bringen im Duett mit wahnwitzig jaulendem Gitarren-Klang die gute Laune mit Nachdruck ins verquer schillernde Werk, um bei „Sea Song“ gleich wieder Schwermut in süchtig machendem Ausmaße anzusetzen. Psychedelisch ausufernd und gar mit etwas Noise versehen, dominiert „Little Red Robin Hood Hit The Road”, ehe der Song zu einem Traditional mit Violine und Schifferklavier wechselt. Was für eine Prägnanz und Vielseitigkeit in Verbindung mit der unglaubliche Tonlagen abdeckenden Stimme da auf dieser Compilation geschaffen wird, muss man wohl selbst hören... und staunen. All´ die schrägen Bläser, die kernigen Streicher, Percussions und natürlich das Klavier üben eine hohe Faszination für einen herausragenden Künstler aus, dessen Wirkung auf den „herkömmlichen“ Alben nochmals gesteigert werden kann. Dennoch ist „His Greatest Misses“ sehr schlüssig kompiliert und ein grandioser Einstieg.

Anspieltipps:

  • Worship
  • I´m A Believer
  • At Last I Am Free
  • Shipbuilding

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