Daniel Lioneye - Vol. 2 - Cover
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Daniel Lioneye Vol. 2


  • Label: The End Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band mit dem bescheuerten Namen Daniel Lioneye sollte zumindest einigen HIM-Fans ein Begriff sein, war sie doch für drei ihrer Lieblinge, nämlich Mikko „Lily Lazer“ Lindström (Gesang, Gitarre), Migé Amour (Bass) und Ville Valo (Drums) ein spaßiges Garagen-Rock Side Project, das mit „The King Of Rock’n’Roll“ (11/2001) sogar ein Album auf den Markt brachte. Dies erschien allerdings nur in Deutschland und Finnland, den Hochburgen des HIM-Fan-Universums und ist inzwischen schon ewig her und vergessen.

Im Jahr 2008 kam Mikko „Linde“ Lindström auf die Idee, das Projekt Daniel Lioneye neu zu belegen. Allerdings sollte es musikalisch in eine völlig andere Richtung gehen, was vielleicht der Grund dafür ist, dass mit Burton (Keyboards) und Bolton (Drums) zwei neue Leute an Bord sind, die seine HIM-Kumpels Ville und Migé ersetzen. Was die Gothic-Popper verschmäht haben, bekommt nun der geneigte HIM-Hörer auf die Löffel und wird sich vermutlich ebenso unwohl fühlen. Denn was der HIM-Gitarrist auf „Vol. II“ vom Stapel lässt, ist ein reinrassiges Extrem-Metal-Album, das mit Hardrock- (ganz wenig) und fiesen Black-Metal-Klängen (sehr viel) über den Hörer herfällt.

Daniel Lioneye versuchen dabei so Old School wie möglich vorzugehen, was sich in einem matschigen Sound entlädt, der scheinbar die Göteborger Schule nachahmen soll, was aber durch die beigemischten Keyboardklänge und diverse Harmoniefolgen nicht so recht authentisch klingen mag, da die angebliche Aggressivität dadurch nur verwässert wird. So ein HIM-Musiker kann eben nie so ganz aus seiner Haut heraus, auch wenn er ein Album abseits seines Hauptarbeitgebers produziert, auf dem er sich mal so richtig auskotzen möchte.

Trotz des fiesen Gekeifes und ein paar netter Riffs, hört man immer irgendwie durch, dass hier ein melodieverliebter Gothic-Popper auf Black-Metaller macht („I have never wanted to be number one“), was besonders in einer extremen Spielart wie dem Black Metal Gift ist. Da die Songs auch insgesamt nicht besonders einfallsreich ausgefallen sind, kann das Fazit nur lauten: Finger weg!

Anspieltipps:

  • Flatlined
  • I saw myself
  • I have never wanted to be number one

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