Ed Harcourt - Lustre - Cover
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Ed Harcourt Lustre


  • Label: Piano Wolf/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Hierzulande ist Ed Harcourt immer noch ein Geheimtipp. Der Brite wird oft übersehen, wenn es um Singer/Songwriter mit Hang zum intelligenten Pop geht. Anfang der 2000er erschienen „Maplewood“ und „Here Be Monsters“. Nach den wunderbaren „From Every Sphere“ (2003) und „Strangers“ (2004) kam 2006 „The Beautiful Lie“ – für viele sein bislang stärkstes Album – heraus. Harcourts Werk oszilliert zwischen orchestriertem und minimalistischem Pop, der zumeist auf die britische Szene verweist.

Auf „Lustre“ macht Ed Harcourt nicht viel anders als bisher und wer auf gut gemachten Singer/Songwriter-Pop steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Das Album startet mit dem Titelsong, eine von Harcourts unwiderstehlichen Balladen. Frauenstimmen, Geigen und Ed Harcourts sanfter, immer wieder die Höhen auslotender Gesang. Dazu spielt er betörende Pianotakte bis der Song in ein voll instrumentiertes, harmoniesüchtiges Midtempostück übergeht. Die ersten Takte von „Haywire“ klingen verdächtig nach dem Intro von „I Am The Walrus“, doch kaum ertönt Harcourts Stimme und die wunderbare Melodie, ist man verzaubert von seiner Singer/Songwriter-Kunst.

Neben den feinfühlig gesetzten Streicherarrangements, den herrlich aufeinander abgestimmten Instrumenten, ist es natürlich Harcourts Stimme, die den Songs den allerletzten Schliff verpasst. Die Melodien schweben vom ersten Moment an, bleiben auch nach mehreren Durchläufen im Ohr und verlieren dennoch nicht an Attraktivität. Beispiel gefällig? Hören sie „Do As I Say, Not As I Do“, das als Single ausgekoppelt wird. Der auf Spieluhrenpiano basierende Song mahnt an sonnigen Beach Boys Pop. Mit A-Gitarre, Piano und Orgel wird die herzerweichende Ballade „Killed By The Morning Sun“ in Szene gesetzt. Nicht minder schön die Piano-Ballade „So I’ve Been Told“. Auf „Secret Society“ bekommt Harcourts Stimme Unterstützung vom Background Chor, der mit “shalalas” und „uhuuhuuhs“ bis in die 1950er weist.

Ed Harcourt arbeitet auf „Lustre“ immer wieder mit Versatzstücken aus einer vergangenen Popära, in der die Beatles, Beach Boys, Harry Nilsson und Roy Orbison für viele musikalische Höhepunkte sorgten. Es ist sein Verdienst, dass die Kompositionen dennoch aktuell klingen. Gegenüber seinen früheren Alben hat Harcourt auch das melancholische Element etwas in den Hintergrund gesetzt, um so heller erleuchten die Songs auf „Lustre“. Well done!

Anspieltipps:

  • Lustre
  • Haywire
  • Killed By The Morning Sun
  • A Secret Society
  • So I’ve Been Told

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