Morcheeba - Blood Like Lemonade - Cover
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Morcheeba Blood Like Lemonade


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Morcheeba gelingt endlich wieder ein stimmungsvolles Album.

Skye ist zurück! Jawohl, die charismatische Sängerin ist nach sechs Jahren Abwesenheit wieder mit von der Partie. Nicht weil sich Ross und Paul mit ihr wieder vertragen haben und glücklicherweise nicht des Geldes wegen, vielmehr geht es um die Musik selbst und mit dieser die Fans zu beglücken. Ein guter Ansatz, wenn er denn der Wahrheit entspricht. Tatsächlich fließt die neue Musik entspannt und gelassen wie schon lange nicht mehr aus den Lautsprechern. Morcheeba haben sich tatsächlich von keinem unter Druck setzten lassen, auch nicht von sich selbst, und dies wirkt sich sehr positiv auf das Endergebnis aus.

Die Gelassenheit ist so groß, dass die Frage aufkommt, ob sich die Bandmitglieder dem vermehrten Konsum von „Cheeba“ hingegeben haben. Vermutlich gab es noch nie einen derart relaxten Song über einen Vampir wie „Blood Like Lemonade“, herrlich wie locker aber doch leicht kühl Skye den Blutdurst besingt. Mit „Mandala“ und „Cut To The Bass“ sind zwei instrumentale Stücke am Start, die dank Scratch-Einlagen und Samples die Hop-Seite des TripHop unter Beweis stellen. Es sind zwei Interludes, die zwar den Fluss des Albums durch etwas mehr Spannung unterbrechen, aber gleichzeitig für etwas Abwechslung sorgen, dem Werk als Ganzes einige Kanten verpassen. Denn nüchtern betrachtet bietet uns die aus London stammende Band mehr TripPop als TripHop („Even Though“).

Auf den letzten Alben fehlte die Leichtigkeit des Seins. Die vielen unterschiedlichen Stimmen von „Dive Deep“ verhinderten diese ausgelassene Stimmung, wie sie auf „Blood Like Lemonade“ vorherrscht. Erfreulicherweise ähnelt das neue Album in dieser Hinsicht „Big Calm“, auch wenn es die Klasse des besten Werks der Engländer nicht erreicht. Dafür fehlen in den Kompositionen die angenehmen Feinheiten, die frischen Soundtüfteleien von einst. Sie sind simpler geraten, womit die Stimme von Skye noch mehr zum melodischen Hauptelement wird. So wundert es kaum, dass die Sängerin ihr Können noch mehr unter Beweis stellt, wie in „I Am The Spring“.

Nicht alle Songs haben die Klasse von „Beat Of The Drum“ oder „Recipe For Disaster“, aber Morcheeba gelingt endlich wieder ein stimmungsvolles Album zum Entspannen, das sich sehr schön am Stück hören lässt. Die Schlussfolgerung ist somit ganz einfach: diese Band funktioniert nur in dieser Besetzung und das neue, siebte Werk ist der Beweis dafür. Ende der Durchsage.

Anspieltipps:

  • I Am The Spring
  • Blood Like Lemonade
  • Recipe For Disaster
  • Beat Of The Drum

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