Vanden Plas - The Seraphic Clockwork - Cover
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Vanden Plas The Seraphic Clockwork


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vanden Plas sind und bleiben Deutschlands Aushängeschild in Sachen Prog-Metal. Was man den Jungs auch gerne vorwerfen würde in diesem so von Vorurteilen belasteten Genre, ob Frickelei, Überladung oder Bombast, es steht einem nicht zu und wäre an den Haaren herbeigezogen. Denn obwohl all diese Elemente teilweise vorhanden sind und die Parallelen zu Dream Theater deutlich zu hören sind, schafft es die Band aus Kaiserslautern einmal mehr all das in ihren ausgereiften Kompositionen geschickt unterzubringen. Egal ob brettharte Riffs, komplexe Soli oder eine immer mal durchschimmernde Orchestrierung, nichts davon erdrückt oder langweilt den Hörer, weil alles perfekt ausbalanciert ist auf dem Nachfolger des sehr gelungenen „Christ 0“.

In jedem der über fünf Minuten langen Songs von „The Seraphic Clockwork“ finden sich einprägsame Power-Riffs oder Breaks, die richtig beeindrucken. Sie lassen schnell vergessen, dass die gebotene Kost nicht bahnbrechend neu ist, dafür aber einfach Spaß macht. Vanden Plas täuschen in „Scar Of An Angel“ eine Ballade an, bevor sie mit geballter Energie zuschlagen, nur um kurz danach mit Gesangsmelodien (und kurzzeitig weiblicher Begleitung) einem Honig ums Maul zu schmieren. Andy Kuntz hat eine wirklich gewaltige Stimme mit der er umzugehen weiß. An Melodien fehlt es somit nie. Wer nicht auf den Text achtet wird sicherlich spätestens in „Sound Of Blood“ die kirchlichen Motive der Chöre im Refrain bemerken und damit auf die religiöse Konzeptgeschichte hinter „The Seraphic Clockwork“ aufmerksam. Der Geschichte von einem Menschen, der aus dem 16. Jahrhundert zurück in die Zeit Christi reist um seiner Bestimmung zu folgen. Eine Vision vom Ende der Welt bringt alles ins Rollen.

Überraschend ist der gestiegene Anteil an Power-Metal Momenten, unter anderem in „Sound Of Blood“. Generell ist die Gitarrenarbeit ein wenig aggressiver als sonst, trägt so maßgeblich zur Spannung und Dramatik der Erzählung bei. Metal-Balladen wie „Quicksilver“ sind aber ebenso vorhanden wie einige immer mal auftauchende Tempobeschränkungen. Den auf Latein gesungenen Bonustrack „Eleyson“ hätte man besser im Archiv gelassen, weil das Album lang genug ist und durch die abgeschlossene Geschichte keinen Live-Track aus den Theateraufführungen „Ludus Danielis“ der letzten Jahre gebraucht hätte. Dafür gibt es ja immer noch die Stop-Taste. Wie schon erwähnt hört man die Einflüsse von Dream Theater klar heraus, aber verglichen mit den in letzter Zeit schwächelnden New Yorkern haben Vanden Plas die klar besseren Ideen und sind im Moment die besseren Dream Theater.

Anspieltipps:

  • On My Way To Jerusalem
  • Scar Of An Angel
  • Sound Of Blood

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