Brendan Adams - Better Days - Cover
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Brendan Adams Better Days


  • Label: Boomslang/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Folkiger Gute-Laune-Pop mit angenehm beiläufiger Weltmusik-Schlagseite.

Bei der Fussball-WM in Südafrika gibt es bekanntlich weitaus mehr als Fussball zu bestaunen, wenn man nicht gerade sowieso den Kopf über das Spektakel abseits des rollenden Balles schüttelt. Schön allerdings, dass es die afrikanische Musikszene fördert und den ein oder anderen Musiker so bekannter macht beziehungsweise überhaupt erst in Europa auf den Plan ruft. Brendan Adams dürfte bisher jedenfalls nur Insidern bekannt gewesen sein. So ist es interessant zu erfahren, wie er sich trotz der Gewalt und widrigen Lebensumstände dank seines Vaters für Literatur und Musik begeistert. 2006 treibt ihn ein Job nach Europa, um sich schließlich in der Schweiz nach Überredungskünsten seiner Schwester auf die Bühne einer OpenMic-Veranstaltung zu stellen.

Brendan Adams lernt den österreichischen Produzenten Alfred Vogel kennen, was nach einigen Sessions im Debütalbum „Pearly Sue“ mündet und von „17 Eternities“ gefolgt wird. Nun also „Better Days“ und eine überaus lichtdurchflutete Platte, die leicht ins Ohr findet, mit ihrem leichtfüßigen Folk-Pop, den teils afrikanischen Rhythmen und dem zurückgelehnten Umgang mit Steel-Gitarre, wenig aufdringlichem Schlagzeug sowie erquickenden Orgel-Beigaben. Der sehnsüchtig positive Titeltrack schickt sich dann auch gleich an, die TV-Übertragungen der WM zu untermalen und man ist sich gewiss: Es gibt schlimmere Ohrwürmer. Durchaus charmant und mit instrumentalen Details versehen, ist Brendan Adams samt Mitstreitern seine zielstrebige Herangehensweise anzumerken.

Etwas rockiger, aber auch gleichzeitig langatmiger groovt „It´s Not Over Now“ am Blues vorbei und ist lediglich ein Versuch, etwas mehr Schroffheit an den Tag zu legen. Ein anderer Versuch ist die weltmusikalische Ausrichtung, die mit „No Taxi“ und afrikanischen Percussions beschritten wird. Verspielt und begünstigt durch entspanntes Reggae-Flair zündet der Song, wie spätestens die großartig inszenierten Handtrommeln beweisen. Folgend ergibt sich ein melancholischeres Bild, oft mit Herzschmerz versehen und solider Instrumentierung. Nur der Gesang kommt des öfteren zu gezwungen sehnsuchtsvoll beim Hörer an, was jedoch an der Wertung nur wenig ändert. Gut hörbar ist das allemal, vor allem durch den Anteil an folkigem Gute-Laune-Pop mit angenehm beiläufiger Weltmusik-Schlagseite.

Anspieltipps:

  • Better Days
  • No Taxi
  • Life´s A Dream
  • Winter Words

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