Pintandwefall - Hong Kong, Baby - Cover
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Pintandwefall Hong Kong, Baby


  • Label: Blow Gold Records
  • Laufzeit: 30 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Anfang der musikalischen Zivilisation der finnischen Girlgroup Pintandwefall mögen vielleicht tatsächlich die Spice Girls alias Posh Spice, Sporty Spice, Ginger Spice, Baby Spice und Scary Spice gestanden haben, wie es uns der Waschzettel der Plattenfirma glaubhaft machen möchte. Schließlich haben sich auch die Finninnen lustige Pseudonyme wie Crazy Pint, Cute Pint, Dumb Pint und Tough Pint ausgedacht. Allerdings bogen Pintandwefall nicht geradewegs auf den Pop-Highway ab, sondern schnupperten vorher ausgiebig an den Gewächsen der Riot-Grrrl-Szene wie L7 oder den Donnas.

Dadurch erhielt ihre Musik eine schräge Garagenrocknote, die mehr Punk als Pop und nicht nur dadurch schwer einsortierbar ist. Auf diese Art haben die vier Mädels mit den Zorro-Masken mit inzwischen drei Veröffentlichungen – das Album „Wow! What Was That, Baby?” (10/2007), die „Maxi Baby“-EP (10/2008) und der im Januar 2009 veröffentliche zweite Longplayer „Hong Kong, Baby”– für Aufsehen in finnischen Indie-Kreisen gesorgt, das nun auch auf Deutschland überschwappen soll.

Ein halbes Stündchen Musik beschert uns der jetzt auch in Deutschland auf den Markt gebrachte „Hong Kong, Baby”-Longplayer, der somit gar nicht so lang ist, wie man es gemeinheim von einem Album erwartet. Das bietet auf der einen Seite natürlich kaum Raum, um auch mal schwächere Songs auszugleichen, zum anderen kann ein kompaktes Album ohne Füllmaterial aber auch nicht schaden. Doch wie es nun mal so ist, liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. So versuchen Pintandwefall den reduzierten Sound der White Stripes zu imitieren und mit witzigen Texten zu schmücken, was bei ungefähr der Hälfte der Songs einigermaßen gelingt („Beef rice“, „Jail“, „Angus“).

Die andere Albumhälfte klingt dagegen wie eine beliebige Riot-Grrrl-Band aus den 90er Jahren, die sich nur durch ihren auffälligen Dialekt von der Masse abhebt und Riffs von The Hives klaut. Das hat zwar auch seinen Charme, aber sicher nicht die nachhaltige Wirkung, mit der man ehrlich gemeinte Aufmerksamkeit erzielt.

Anspieltipps:

  • Jail
  • Okto
  • Angus
  • Sad song

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