I Am Kloot - Sky At Night - Cover
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I Am Kloot Sky At Night


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein einsamer, blattloser Baum schmückt das Cover des fünften Albums von I Am Kloot. Leichter Nebel liegt in der Luft, es ist dunkel und man sieht vereinzelte Sterne am Himmel stehen. Es wäre ein bedrückend trostloses Bild, wäre da nicht dieser kleine Schimmer Licht hinter der Baumkrone, welcher von einer Straßenlaterne auszugehen scheint. Das Bild passt nicht nur wunderbar zum Albumtitel, sondern symbolisiert die Musik auf „Sky At Night“ auch auf hervorragend simple Art und Weise: Denn das Album ist gefüllt mit lakonisch vorgetragenen, trübsinnigen Geschichten, wie sie anscheinend sonst nur in Manchester Pubs erzählt werden, bewahrt sich jedoch stets ein wehmütiges Lächeln.

Nicht nur John Bramwells angeknackste Stimme sorgt für Wiedererkennungswert, denn jedem Song werden hier und da weitere Instrumente hinzugefügt, ohne dabei auch nur im geringsten in Richtung Opulenz zu schielen. Denn Instrumente wie Violine und Cello („To the Brink”), Harfe („I Still Do”) oder Saxophon und Piano („Same Shoes“), sind so feinfühlig und vereinzelt auf die Lieder verteilt, dass stets luftige Kompositionen entstehen. In dem Grundgerüst aus Gitarre, Bass und Schlagzeug bleibt stets eine Menge Platz, doch warum sollte man die Songs unnötig ausblasen, wenn „Proof” auch als schönes Akustikstück wunderbar funktioniert? Das würde der Band sowieso nicht gut zu Gesicht stehen, sie bleibt lieber bei einer spärlichen, aber cleveren Instrumentierung. So sind die Lieder immer mit kleinen Ideen gefüllt, wie dem urplötzlich einsetzendem Chor von „Lately“. Bei „Radiation“ wiederum erlaubt sich das Trio, mit den Bläsern ein bisschen dicker aufzutragen.

So schaffen I Am Kloot eine Romantisierung der Melancholie, die „Sky At Night“ in jeder Sekunde anhaftet („So I linger / I raise a glass / a smile or two / this stuff strips the light from your bones / and I would like to leave with you / but I leave alone“, („To The Brink“)). Das schmeichelt den Ohren knappe 40 Minuten lang mit warmer Seele, aber melancholischem Grundton und kommt ohne schwache Songs aus. Überwältigen wird „Sky At Night“ so schnell niemanden, aber ein einfach gutes Album voll trübseliger Geschichten tut es in düsteren, einsamen Nächten doch auch.

Anspieltipps:

  • To the Brink
  • Lately
  • Proof
  • Radiation

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