QA´A - Chi´en - Cover
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QA´A Chi´en


  • Label: Magia Roja/Broken Silence
  • Laufzeit: 80 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus Barcelona kommt die Band QA’A, sie spielt eine Mischung aus Noise-, Kraut-, Psychedelic-Rock und No Wave. Der kürzeste Track (der Titelsong) bringt es auf knapp vier Minuten, wogegen es der längste („Peeling Off“) auf beinahe 25 Minuten schafft. Victor Hurtados ist der Multiinstrumentalist der Band, er spielt E-Gitarre, Keyboards, Sitar, Viola, Percussion, sorgt für vielerlei elektronische Geräusche, hat das Album „Chi’en“ selbst produziert und gemeinsam mit Andreas Schmid in den Faust-Studios abgemischt. Den Bass bediente Alvaro Gallego und Jordi Heras das Schlagzeug. Den Gesang teilen sich Jordi Heras, Victor Hurtado und Carles Esteban. Letzterer spielt auch Saxophon, Rhythm Guitar und Percussion.

In den knapp 80 Minuten Gesamtspielzeit, die sich auf sechs Tracks verteilen, treffen Noise, Free Jazz, Avantgarde, Krautrock und Psychedelia aufeinander. Das Album beginnt mit „Eastdown Westdown“. Zu leisen dramatischen Pianotakten gesellen sich akustische Gitarrenklänge, die bald von Drums und Percussion unterstützt werden. Nach und nach schleichen sich Electronics und mythische Gesangsstimmen ein. Das Ergebnis klingt wie eine Jamsession von Can zu Tago-Mago-Zeiten und Embryo, die gemeinsam eine Zeitreise in die Gegenwart unternehmen. Fast funky kommen die No-Wave-Gitarren auf dem knapp 16-minütigen „Speakerbox“ daher. Man sieht förmlich das psychedelische Kraut in die Höhe schießen. Das über 17 Minuten andauernde „Time Is Key“ beginnt verhalten poetisch mit windschiefem Gesang, steigert sich dann in einen rituellen, hypnotischen Rausch mit sägenden E-Gitarren.

Nomen est omen beim Titel „Peeling Off“. Aus mit E-Gitarren imitierten Radiofrequenzen schälen sich experimentelle Soundgebilde, die perkussiv kontrastiert werden, um sich in Space und Noise zu verwandeln. Wieder ein Titel der Erinnerungen an Cans epochales Album „Tago Mago“ weckt. Aus dem Gesang der Maschinen wird das 10-minütige „She Provides“, minimale Electronics, die seltsames Vogelzwitschern hervorbringen. Mit akustischen Gitarren wird der Titelsong zum versöhnlichen Abschluss eines Albums, das nicht leicht zu konsumieren ist. Die Mühe jedoch lohnt. Wer das Ganze öfter hört und schließlich zu Kopfhörern greift, wird die ein oder andere neue Dimension in den vielschichtigen Klangbildern und Lärmkaskaden entdecken.

Anspieltipps:

  • Eastdown Westdown
  • Time Is Key
  • Peeling Off

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