The More Assured - I Do Not Want A Free London Life - Cover
Große Ansicht

The More Assured I Do Not Want A Free London Life


  • Label: Unter Schafen/ALIVE
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine britische Indie-Rock-Band gehypet wird, leuchten die Birnchen in grellstem Rot. Wie in oder out ist Indie-Rock 2010? Das mit den The-Bands ist doch längst vorbei. So ähnlich werden bei vielen Rezensenten die Gedankengänge laufen, denn für The More Assured wurde die Hypemühle in höchste Rotationsbewegung versetzt. Einiges ist anders bei dieser jungen Band vom Trafalgar Square in London. Der Bandname steht in Klammern und das „The“ sowie das „free“ im Albumtitel „I Do Not Want A Free London Life“ wurde kursiv gesetzt. Das Coverartwork ist in dunkleren Farben gehalten, die Bandmitglieder und ihr Outfit bleiben eher im Unklaren.

Was passiert wenn die Disc im CD-Schubfach rotiert? Man könnte es auf einen Nenner bringen: zwölf intelligente, melodiöse Indie-Rock-Songs mit Kick! Das Kantige, Eckige von Maximo Park trifft auf die Soul-Pop-Power von The Jam und vermählt sich mit seligen Kinks-Melodien. Oder The Rifles, The Wombats und The Leopards spielen einen flotten Dreier und bringen den Indie-Dancefloor zum Kochen.

Bereits beim Opener „All In Your Head“ alarmieren die Stromgitarren, Bass und Drums fahren den Zick-Zack-Kurs, der Sänger inszeniert helle Vocals und alles fließt zu Tanz und Melodie. Immer wieder hält Matt Hansons Karussell fahrende Lead Gitarre Zwiesprache mit Alex Andersons unter Strom stehender Gitarre, dazu betört er mit seiner Stimme, während Slinky Sunbeam den Bass brummen lässt und Steve Greenwood mit den Drumsticks wirbelt. Zur Abwechslung perlt öfter mal die Akustikgitarre wie auf „You Don’t Know“ oder schrammelt auf „Someone To Spend The Day With“. Das Album läuft wie am Schnürchen, The More Assured spielen geschmeidig, dennoch mit Schmackes und was ganz besonders hervorzuheben ist: sie tragen nie zu dick auf. Ihr Powerpop hat Energie und Gefühl. Die Dynamik stimmt, die Songs sind durchdacht, intelligent und tanzbar. Selbst melodramatische und melancholische Elemente sind zu entdecken. Die Mischung macht’s!

Unterm Strich hat man ein Album, das Spaß macht, zu dem man tanzen kann, das sich auch nach mehrmaligem Hören nicht abnutzt. Soll man nun dem Hype glauben oder nicht? Hype hin oder her, The More Assured können Songs schreiben und hauchen dem guten alten Indie-Rock frisches Leben ein. Das ist doch schon verdammt viel für ein Debütalbum.

Anspieltipps:

  • All In Your Head
  • You Don’t Know
  • An Empty Platform
  • Beat You Down
Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Niente
  • 2017    
Diskutiere über „The More Assured“
comments powered by Disqus