The Futureheads - The Chaos - Cover
Große Ansicht

The Futureheads The Chaos


  • Label: Nul Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein wenig wie die Donots von der Insel, rackern sich die Sunderlander Futureheads mit softem Punkrock ab, der so new wavend daherkommt, dass sie getrost als Indie-Rock-Band durchgehen, die mit tatsächlichem Punk genau so viel zu tun haben, wie eben jene Donots.

Mit dem vierten Album werden sich die Grundlagen wohl nicht ändern, trotz Pixies- und Foo Fighters-Support und beständiger englischer Festivalpräsenz, bleiben die Ansetzungszeiten im frühen nachmittäglichen Rahmen; die Futureheads sind ein guter Warmmacher, so scheint es zumindest. Auch auf „The Chaos“ wird kompromisslos drauflos gerockt, leider ohne sonderlichen Esprit, die DIY-Attitüde wirkt hier weniger sympathisch als belanglos. Wacker, lautet das noch am ehesten passende Attribut, der Sunderländer Vierer rockt sich den Arsch auf, rockt innerhalb des Indie-Rock wild, kompromisslos und schnell, aber ohne irgendeinen Sinn echter künstlerischer Eigenständigkeit. Melodien, Hooklines und Riffs der Futureheads sind durchaus eingängig und überzeugend, doch fehlt es diesen strukturellen Parts an einem der wichtigsten musikalischen Elemente: genuiner Authentizität, dem bestimmten Etwas, dass die Futureheads unverwechselbar und besonders macht.

„Struck Dumb“ und „Heartbeat Song“ exemplarisch unter die Lupe genommen offenbaren genau diesen Vorwurf: Die Rhythmik ist derart poppig und leicht in beiden Songs, dass sie auch problemlos in Richtung Pop-Songs heruntergecovert werden könnten; lediglich Geschwindigkeit, Takt und Gitarrenriffs bringen hier die Härte rein, und das reicht eben einfach nicht um überzeugendes Chaos zu veranstalten. Zu lieb wird zu den Futureheads gemosht, als dass es noch echtes Moshen wäre.

Immerhin kümmern sich die Futureheads um all diesen Kram wenig bis gar nicht und ziehen ihr Ding einigermaßen sympathisch durch und singalongen sich durch ihren nachmittäglichen Festival-Party-Indie-Rock, dass man fast unbeschwert mitschunkeln könnte (besonders auf „The Connector“ und „I Can Do That“). Der Gedanke, ob unsere Kindeskinder diese Art von Musik mal als ebenso lahm und verabscheuungswürdig erachten, wie junge Menschen heutzutage deutsche Volksmusik, drängt sich bei dem Schunkelaspekt natürlich schon ein wenig auf und bleibt unbeantwortet. Aber bis zur Klärung dieser Frage sind die Futureheads aus Sunderland eine schnelle, punkige Indie-Rock-Band, die Härte für Softies bietet.

Anspieltipps:

  • I Can Do That
  • The Connector

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „The Futureheads“
comments powered by Disqus