Feeder - Renegades - Cover
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Feeder Renegades


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Renegades“ legt das Trio ein Werk vor, das zwischenzeitig in einem Authentizitätskonflikt steht und sich mit kernigem Punkrock im gehobenem Mittelfeld platziert.

Mit „Silent Cry“ hatten Feeder 2008 zu einem gewissen Grad die Härte in ihrer Musik wieder entdeckt. Es wurde wieder mehr gerockt als auf Vorgängeralben wie „Comfort in Sound“ (2002) und „Pushing the Senses“ (2005), die im Zusammenhang mit dem Tod ihres Schlagzeugers Jon Lee eindeutig melancholischer ausgefallen waren. Auf ihrem neuen Album „Renegades“ besinnt sich das Trio auf die grundlegenden Instrumente ihrer Musik – Gitarre, Bass und Schlagzeug – und lassen weitere Spielereien mit Streichern oder ähnlichem Ballast einfach außen vor. Die elf Lieder orientieren sich somit noch mehr am simpel gestricktem Punkrock, was sich nicht nur an den meist recht kurzen Liedern, sondern auch an den drückenden Gitarren und dem immer wieder hervorstechenden, kernigen Bass erkennen lässt. Die Limited Edition von „Renegades“ kommt mit edlem Booklet, in welchem sich auf Hochglanzpapier gedruckte Bilder von diversen Körperteilen der auf dem Cover abgebildeten Person befinden – stets mit Lyricsauszügen bemalt. Ein wenig nichtssagend mutet das an und es stellt sich da schon die Frage, ob sich das lohnt und ob die Songs diesem Aufwand gerecht werden.

Nun heißt Punkrock im Falle von Feeder nicht, dass sie auf eine saftige Produktion verzichten, denn ähnlich wie die Bilder des Booklets sind die Songs auf Hochglanz poliert. Lieder wie „White Lines“ oder insbesondere „Sentimental“, welches mit kräftig aufspielendem Bass strotzt, zeugen von einem neuen Selbstbewusstsein der Band. Und dennoch: So ganz abnehmen kann man ihnen diesen musikalischen Ansatz nicht. Hinzu kommen Lyrics, die einem das ein oder andere mal unfreiwillig zum zweifelnden Lächeln bringen: Wahrlich keine Glanzleistungen sind zum Beispiel „If you want to hear this song / you just call out all night“ („Call Out“) oder „I know you like it / you like it like that / you like it“ („Home“). Die Stärke von Feeder liegt nach wie vor in den eher hymnischen Rocksongs, die sich im gemächlichen Tempo entfalten. Leider bleibt damit „Down To The River” das einzige durchweg gelungene Stück auf „Renegades“, aber auch der Kopfnicker-Song „City in a Rut“ hebt sich im letzten Drittel des Albums noch einmal positiv ab.

Noch in diesem Jahr soll „Renegades“ ein weiteres Album von Feeder folgen. Spannend wird es auf jeden Fall, denn hier sollen angeblich wieder sanftere Känge zu hören sein. Es wird sich damit zeigen, ob hier auch anno 2010 die wahre Stärke Feeders liegt. Mit „Renegades“ jedenfalls legt das Trio, welches übrigens mit Karl Brazil einen neuen Drummer gefunden hat, ein Werk vor, das zwischenzeitig in einem Authentizitätskonflikt steht und sich mit kernigem Punkrock im gehobenem Mittelfeld platziert.

Anspieltipps:

  • Call Out
  • Down To The River
  • City in a Rut
  • The End

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