D´Espairs Ray - Immortal - Cover
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D´Espairs Ray Immortal


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 72 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

D'espairs Ray, gegründet 1999, kann inzwischen auf eine stolze Bandgeschichte zurückblicken. Vier Studioalben, neun Demotapes bzw. Songs auf diversen Compilations, drei EPs und zahlreiche Singles sprechen für sich. Das Herz der deutschen Fans haben sie bereits 2004 erobert und gehören so zu einer der ersten japanischen Bands, die den J-Rock wieder nach Deutschland bringen sollten. Das Jubiläum zum Anlass nehmend, erschien nun das erste Best Of-Album der Band auch in Deutschland, das es sich zum Ziel gemacht hat, die wichtigsten Wendepunkte der Bandhistorie musikalisch darzustellen und noch einmal ins Gedächtnis zu rufen.

Der Silberling beginnt mit „Ori no naka de miru yume“ (dt. Der Traum, den ich im Kerker gesehen habe), einer Single von 2002. Der Song ist gefühlvoll, balladesk und trotzdem energetisch mit starken Gitarrenriffs. Ein wirklich geschickt gewählter Opener, denn das Lied ist wahrscheinlich eine ihrer ersten Balladen überhaupt. Abwechslungsreich geht es weiter mit „Maverick“, erschienen 2003 zunächst als unbenannter Titel einer „Secret CD“, die Fans auf einem ihrer Konzerte erhielten. Schnelle Gitarrenriffs, harte Drumbeats, Elektrountermalungen und Shouts geben den Ton an, die Gesangsparts bleiben dennoch melodisch. Definitiv eine der größten Singles der Band, die natürlich nicht fehlen darf. Darauf folgt „Garnet“, ebenfalls 2003 als Single erschienen. Der Song fügt einen weiteren Aspekt der Band hinzu – die Düsterkeit, die sich auch in späteren Songs immer wiederfinden lässt und in dessen Tradition auch „BORN“ steht. Harte Shouts, Gitarren und Beats lassen keinen Zweifel an den Metal-Qualitäten der Jungs aufkommen.

„Yami ni furu kiseki“(dt. Das Wunder der hereinbrechenden Finsternis), erschienen 2004 auf der EP „Born“, ist eine weitere Ballade, die beweist, dass die Band auch eine deutlich gefühlvolle Seite zeigen kann. Zwar darf man nicht glauben, dass die Gitarren einen weicheren Ton anschlagen würden, doch Sänger HIZUMI zeigt, wie viel Ausdruck und Gefühl in seiner Stimme stecken kann. Die nachfolgenden drei Songs entstammen dem ersten Longplayer „Coll:set“, erschienen 2005. „Fuyuu shita risou“ (dt. Das schwebende Ideal) bringt den Zuhörer zurück zu harten Klängen. „Forbidden“ holt zudem die Elektrospielereien zurück, zeigt schon erste rockige statt metallische Klänge und geht gut ins Ohr. „Abel and Cain“ ist eine weitere Rocknummer mit eingängigen Gitarren, die deutlich zum tanzen einlädt.

Weiter geht es mit „Kogoeru yoru ni saita hana“ (Die Blume, die in der frostigen Nacht blühte“), dem ersten Song des zweiten Albums „Mirror“ von 2007. Die musikalische Veränderung wird mit diesem Song sehr gut deutlich, besticht er durch deutlich poppigeren Sound. Wüsste man es nicht besser, könnte man glauben, sich in der Band geirrt zu haben. „Closer to ideal“ vom gleichen Silberling zeigt zumindest in den Anfängen, dass man die alten Metalpfade noch nicht ganz verlassen hat. Doch auch hier sind Popeinflüsse nicht zu verleugnen. Natürlich darf auch „Squall“, eine der Balladen des Albums nicht fehlen. Die Pop-Rock-Ballade stellt HIZUMIs Stimme in den Vordergrund und besticht mit Ohrwurmqualitäten. „Mirror“, der titelgebende Track des damaligen Albums, besteht ebenfalls aus einer Mischung aus Poprock und deutlich härteren Gitarrenriffs, die ansatzweise an die Anfänge der Band erinnern können. Ein kleiner Funke der alten Düsterkeit kann noch erahnt werden, der neue Weg der Band überwiegt allerdings deutlich.

„Cocoon“ und „Scissors“, beides B-Seiten ihrer Singles von 2008, zeigen, dass D'espairs Ray ihren eigenen neuen Weg gefunden haben. Zwar dominieren in beiden Songs starke Gitarren und man findet sowohl Metal als auch Elektroelemente, die man von früher gewohnt ist, doch eine gewisse poppige Note ist definitiv nicht mehr wegzudenken. Mit dem Song „Horizon“ ,der 2009 auf der Platte „Redeemer“ erschienen ist, verabschiedet sich die Band mit hoffnungsvollen Klängen. Aussagekräftiger Poprock, der durch Rapeinlagen zu etwas besonderem und gleichzeitig für die Band neuem gemacht wird. Beeindruckend nicht zuletzt durch ein starkes Gitarrensolo.

Einen zusätzlichen Leckerbissen bietet die beigefügte DVD, die das knapp 30-minütige Tour 2007 Final beinhaltet. So werden vier Songs („PIG“, „DAMNED“, „Angeldust“ und „Yami ni furu kiseki“) in ihrer Live-Version präsentiert. Begeisternd ist zudem das gestochen scharfe Bild und die brillante Tonqualität der Aufnahme. Insgesamt ein wirklich gelungenes Best Of Album, das die Wartezeit auf das Ende Juli in Japan erscheinende neue Album „Monsters“ zu verkürzen weiß. Der Vorsatz die Entwicklung der Band darzustellen ist definitiv geglückt und man darf gespannt sein, welche Wege die Japaner noch einschlagen werden.

Anspieltipps:

  • Maverick
  • Yami ni furu kiseki
  • Abel and Cain
  • Squall
  • Horizon

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