Vidoll - Bastard - Cover
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Vidoll Bastard


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

2002 gegründet, kann die japanische Band Vidoll auf eine durchaus beachtliche Diskographie zurückblicken, die 14 CDs und EPs umfasst. Bei „Bastard“ handelt es sich um ihre erste EU-Veröffentlichung. Der Silberling selbst wurde in Japan schon im Jahr 2007 veröffentlicht, ist aber trotz einiger aktuellerer Alben eine gute Wahl, um dem europäischen Publikum die Wandelbarkeit der Band zu präsentieren.

Das Album beginnt ausdrucksstark mit dem Titelgebenden „Bastard“, das sich als Poprocknummer entpuppt. Einzigartig wird der Song allerdings durch die zahlreichen Spinetteinspielungen, die man stilgetreu eher weniger zu vermuten vermochte. Auch Juis einzigartige Stimme wird direkt im ersten Song deutlich, denn er brilliert nicht nur in normalen Stimmlagen, sondern auch mit durchaus kräftiger und gleichzeitig gefühlvoller Kopfstimme. „At Age 13“ leitet direkt den erste Stilwechsel des Albums ein. Mit starken Gitarrenriffs und Growls als Backvocals zeigt sich hier schnell eine ganz andere Seite der Japaner, die allerdings nicht weniger schlecht funktioniert. Der Gesang bleibt typisch für japanische Metalnummern melodisch, was den Song elegant abrundet.

So ist man schon nach dem zweiten Song darauf eingestellt, dass diese Band mehr zu bieten hat als nur eine einzige Schublade. Doch „D.J. Hero“ hält direkt die nächste Überraschung bereit. Angefangen mit einem ruhigen Intro, entwickelt sich das Lied zunächst poppig und wird durch Rap-Parts ergänzt. Die härteren Gitarrenriffs des vorangegangenen Songs sowie Growls dürfen allerdings auch hier nicht fehlen und als Abrundung wird zudem noch der Effekt eines Megaphonparts hinzugefügt. Klingt in der Theorie seltsam, überladen und verwirrend – funktioniert in der Praxis klasse.

Ein weiteres Highlight ist „Hatsuyuki“. Stark verzerrte Gitarren geben einen deutlichen Ton an, der durch gefühlvollen und klaren Gesang von Jui in Kontrast gestellt wird und den Song balladeske Züge annehmen lässt. Großartig! „Neo Cinderella“ liefert eine weitere Seite der wandelbaren Band. Es erscheint als der fröhlichste Song des Albums, der zum mitwippen einlädt und so schnell nicht mehr aus dem Ohr geht. Ganz besonders zu erwähnen ist hierbei Shuns Gitarrensolo, das wirklich zu begeistern weiß. Mit „Sarah“ findet sich ein weiterer Ohrwurm des Silberlings, bei dem besonders Rames Basssolo nicht unerwähnt bleiben darf.

„Cloud“ entpuppt sich als das perfekte Ende der CD. Schon bei den ersten Tönen des Songs hat man das Gefühl einer Verabschiedung. Gefühlvoll lässt die Band das Album ausklingen und macht gleichzeitig so viel Freude, dass man mehr von dieser unglaublich wandelbaren Band hören möchte. Insgesamt, abgesehen von dem eher unspektakulären „Inocent Teens“, ist „Bastards“ damit eine rundum starke Veröffentlichung, die eine gute Wahl für das Europadebüt der japanischen Band darstellt!

Anspieltipps:

  • At Age 13
  • D.J. “Hero“
  • Neo Cinderella
  • Cloud

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