Born Ruffians - Say It - Cover
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Born Ruffians Say It


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stärke von „Say It“ entpuppt sich als von Harmlosigkeit in Eingängigkeit übergehende Wirkungsweise.

Es gibt auch wohltuende Harmlosigkeit. Jene verkörpern beispielsweise die Born Ruffians, mit ihrem niemanden wehtuenden Sound irgendwo zwischen dem ersten, äußerst formidablen Vampire Weekend-Album und dem abklatschigen, enttäuschenden zweiten. Indie-Scherz beiseite, die Analogien sind zwar unabweisbar, aber ein Modeplagiat ist der Dreier aus Toronto gewiss nicht.

Die Indie-Gitarren-Akkorde sind auch bei ihrem zweiten Album schön kauzig und quer, das Schlagzeug nicht zur Druckventilierung da, sondern zur zart-rhythmischen Sektionierung. Luke LaLonde’s Stimme ist freilich der Träger dieses lieb gemeinten Indie-Rock-Versuchs, hoch, schief, nicht unsympathisch und in jedem Falle eigen durchzieht sie Tonleitern auf und ab kletternd das zweite Album dieser erfrischend ungehypten Gitarren-Softies aus Toronto. Lieblich surren die Töne, Akkorde und Rhythmen ins Ohr, dass man schon öfter hinhören muss, will etwas hängen bleiben. Und siehe da, die Stärke von „Say It“ entpuppt sich als von Harmlosigkeit in Eingängigkeit übergehende Wirkungsweise. Vor allem „Oh Man“ und die klug gewählte, Mixtape-taugliche Single „Sole Brother“ haben diesen Nerd-Charme, den uns Hot Chip und Vampire Weekend erfolgreich antrainiert haben. Der gute alte Minimoog und ein, zwei Saxophone finden auch ihren Platz auf „Say It“ und ansonsten empfiehlt es sich die Leichtigkeit des Seins nicht tot zu analysieren, sondern einfach mal wirken zu lassen. Sehr nett.

Ach, eins noch: wer beim plätschernden Hören sich die ganze Zeit fragt, Mensch, die Stimme kenn ich doch, wird die Antwort, wie so oft, in einer peppigen Werbung finden, oder aber in einem bandgeschichtlichen Querverweis. LaLonde’s markant eigenartige Stimme findet nämlich auf Caribous diesjährigem Kritikerliebling „Swim“ (bei „Libella“) einen gesanglichen Gastauftritt. Reiner Zufall und nichts damit zu tun habend, dass Daniel Snaith’ alter Basser gerade ein Born Ruffian ist.

Anspieltipps:

  • Sole Brother
  • Oh Man
  • The Ballad Of Moose Bruce
  • Higher & Higher

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