Ratatat - LP 4 - Cover
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Ratatat LP 4


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ratatat haben im Grunde ihr eigenes Subgenre geschaffen, das beim dritten Streich ein wenig müde und fad daherkam, nun aber wieder ideenreich Freude am Tanzen verbreitet.

Beruhigt dürfen wir feststellen, dass das erschreckend langweilige dritte Ratatat-Album nur eine Ausnahme war. Auf ihrem vierten Longplayer regiert wieder frischer Esprit innerhalb ihrer bewährten Formel aus angestaubten 80er-Jahre-Hard-Rock-Gitarrenriffs versus tendenziell minimaler Electro-Beats.

Einfallsreich und noch stärker Hip Hop-rhythmisiert kommen die wie üblich gesangslosen Tracks daher, kein Wunder, bei inzwischen mehreren Serien ihrer Remix-Mixtapes, in der von 50 Cent über Missy Elliot bis Dizzee Rascal jede erdenkliche Hip Hop-Spielart beat- und riffmäßig aufgepimpt wird. Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten über die synthetischen Sounds und melodischen Gitarrenspuren, die zusammen Ratatats unverwechselbares Credo ausmachen. Die Idee war schlicht äußerst clever, besetzte eine noch freie instrumentale Pop-Nische und funktioniert hier wieder richtig gut, weil es bei diesem instrumentalen Electro-Rock schlicht auf die Eingängigkeit der Melodie- und Beateinfälle ankommt. Und die funktioniert prima, frisch und durchaus sommerlich auf „Bilar“, „Drugs“, „Neckbrace“, „Mandy“ oder „Party With Children“.

Gut ganz so homogen zu den ersten beiden Werken klingen sie dann doch nicht. Die karibische Rhythmikästhetik wird noch stärker ausgeweitet, was das Ganze für uns so sommerlich macht, und Computer-Nerd Evan Mast und Gitarrist Mike Stroud kennen und nutzen diesen feel-good-flair übrigens wesentlich länger als Vampire Weekend, und springen somit keinesfalls auf irgendwelche Modezüge auf. Papageien- und Vögelgezwitscher hier und da tun ihr Übriges um den Sound vollends zu erwärmen. Aber Ratatat haben diesmal echte Orchestrierung eingebunden, Streicher, Cello und anderes mehr intensivieren Stimmungen und dramaturgische Wendungen, die ein fettes Riff immer wieder zu krönen weiß.

Ratatat haben im Grunde ihr eigenes Subgenre geschaffen, das beim dritten Streich ein wenig müde und fad daherkam, nun aber wieder ideenreich Freude am Tanzen verbreitet. Auflockernde Sprachsamples kommen diesmal nicht von Snoop Dogg oder anderer Fieslingen, sondern von der 70er-Jahre-Schauspielerin Linda Manz und aus einem Werner Herzog-Film.

Anspieltipps:

  • Bilar
  • Drugs
  • Neckbrace
  • Mandy
  • Grape Juice City

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