Velile - Tales From Africa - Cover
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Velile Tales From Africa


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Mächtigste Stimme unserer Hemisphäre“ heißt es Seitens der promotenden Medien. Wir setzen dem ganzen fachmännisches Kalkül entgegen. So gewitzt wie es von Keane war, K’naan für ihre Night Train EP zu engagieren, so durchschaubar und berechnend wirkt auch der Versuch Velile nun weltweit als Goldesel zu nutzen. Der WM-Song mit Safri Duo an ihrer Seite lässt sich hierbei natürlich als herrliche Werbung missbrauchen. Aber was heißt hier eigentlich missbrauchen? So ist nun einmal der Lauf der Musikbusinessdinge. Auch Shakira erfreut sich – der Werbung sei Dank – wieder größerer Aufmerksamkeit.

Eine starke Stimme hat die Frau aus Afrika tatsächlich, aber gleich zu behaupten, sie sei der große Gewinner im inoffiziellen und imaginären Voice-Contest 2010, ist natürlich maßlos übertrieben. Wer afrikanische Worldmusik mit kräftigem Gesang erwartet, wird großteils enttäuscht. Nach „Helele“ hätte man aber erahnen müssen, dass es sich um ein Pop/Dance-Album handeln wird. Leider wird bei diesem Album viel zu sehr darauf gesetzt, dass die Leute den Afrika-Boom mitmachen und den Sympathie-Schrägstrich-Trend-Kauf wagen. Für den Fahrstuhl und einsame Stunden beim Bügeln, sowie als Hintergrund auf gediegeneren Partys mag „Tales From Africa“ funktionieren, doch als anspruchsvolle Popplatte versagt das Album dann auf ganzer Linie.

Versagen ist jedoch ein so hartes Wort und auch wenn es nur Umschreibung ist für den Missstand der Dinge: wahrscheinlich wollte man gar keine gute Platte machen. Schnelles Geld aus einfacher Feder mit solidem Gestell. Velile kommt beinahe als Casting-Kind der DSDS-Mania hervor und wird mit großer Sicherheit ebenso schnell wieder aus unserem Blickfeld verschwinden. Titel für Großereignisse haben die Angewohnheit schnell in der Versenkung zu verschwinden. Es handelt sich nun einmal um Auftragsarbeiten und bei Velile scheint das ganze Album solch eine lieblose Arbeit zu sein. Wer fragt denn im Radio noch nach „Barcelona“ von Freddie Mercury? Für alle Modemenschen ist das Album genau das richtige, um vier Wochen lang auf einer Welle mit den Art-Fans der WM in Seidenanzügen zu sein. Wer es lieber rau und schmutzig mag der brettert die Nationalhymne seines Landes mit und rockt zu Focus, die nach 37 Jahren ihr Revival im Werbefernsehen feiern und weitaus besser gefallen.

Anspieltipps:

  • Helele
  • Raise Your Head (Mama Africa)
  • Zingane

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