U2 - 360° At The Rose Bowl - Cover
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U2 360° At The Rose Bowl


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 131 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gegen das, was U2 auf dieser Tour auffahren, ist jede Las-Vegas-Show nicht mehr als Ringelpiez mit Anfassen.

Praktisch, wenn man sich – wie U2 – im Verlauf von über 30 Karrierejahren einen Status als unantastbare Superstars erspielt hat. Dann kann man auch mit einem eher nicht so prickelnden Studioalbum wie „No Line On The Horizon“ (02/2009) auf ausgedehnte Welttournee gehen und die Massen in die Stadien locken. So etwas schaffen nur noch wenige Dinosaurier des Rock und Pop wie z.B. die Rolling Stones, Depeche Mode, Bruce Springsteen und Bon Jovi – dann wird die Luft schon sehr dünn.

Im Juni 2009 brachen U2 zu ihrer „36o°“-Tour auf, die mindestens bis Oktober 2010 andauern wird. Dabei hieß es für die irische Band, die Gigantomanie der vorherigen Tournee nochmals zu steigern, was freilich von Mal zu Mal schwieriger wird. Nichtsdestotrotz haben es U2 bereits jetzt geschafft, mit der „36o°“-Tour neue Maßstäbe zu setzen, noch bevor Europa in den Genuss des gigantischen Spektakels kommt. Doch bald ist es soweit! Und wer sich darauf schon einmal einstimmen möchte, bekommt mit der DVD „36o° At The Rose Bowl“ den passenden Appetithappen zu den bevorstehenden Auftritten gereicht.

Das auf der DVD, die in vier verschiedenen Varianten erscheint, verewigte Konzert fand am 25. Oktober 2009 im kalifornischen Pasadena statt und war der bis dato größte Live-Event im Rahmen der „360°“-Tour. Es zeigt U2 auf einer futuristisch designten Mega-Riesenbühne, eingebettet in eine Lightshow, die vermutlich soviel Strom wie eine ganze Kleinstadt verbraucht. Musikalisch präsentierte die Band ihr gewohntes Greatest-Hits-Programm, das um ein sattes Bündel neuer Songs aus dem „No Line On The Horizon“-Album ergänzt wurde.

Entsprechend legen U2 gleich mit dem Selbstplagiat „Get on your boots“, das auch auf „Achtung Baby” (1991) gepasst hätte, als Opener los, gefolgt von der Halbballade „Magnificent“, die live um einiges kraftvoller daherkommt. 23 Songs reißen U2 in gut zwei Stunden runter, darunter unsterbliche Hits wie „I still haven’t found what I’m looking for“ (inkl. einem kleinen „Stand by me“-Intermezzo), „Sunday bloody sunday“, „Where the streets have no name, „With ot without you“, „One”, „Mysterious ways” und „The unforgettable fire“, die das Publikum merklich lauter mitsingt als die Stücke aus den vergangenen zehn bis 15 Jahren.

Regie bei „36o° At The Rose Bowl“ führte Tom Krueger, der bereits den Konzertfilm „3D“ zur 131 Gigs umfassenden „Vertigo“-Tour (2005/06) betreute. Er filmte das Live-Spektakel mit 27 Kameras komplett in HD, sodass dem Zuschauer kein noch so kleines Detail verborgen bleibt. Der Sound ist selbstredend ebenfalls frei von jeglicher Kritik, denn bei U2 – so scheint es – gibt es keine Zufälle. So kann sich der Betrachter am Ende kaum gegen diese geballte Ladung Perfektionismus zu Wehr setzen, die Ober-Prediger Bono und Co. wie aus dem Effeff praktizieren. Fazit: Gegen das, was U2 auf dieser Tour auffahren, ist jede Las-Vegas-Show nicht mehr als Ringelpiez mit Anfassen. Klar, dass da auch jede Menge Effekthascherei dabei ist (Live-Schaltungen und kleine Filmchen auf den überdimensionalen Videoleinwänden), doch die Musik kommt keinesfalls zu kurz, sodass hier nur von einem perfekten Spektakel gesprochen werden kann.

Anspieltipps:

  • Vertigo
  • Elevation
  • In a little while
  • Get on your boots
  • With or without you
  • The unforgettable fire
  • Sunday bloody Sunday
  • Until the end of the world
  • Stuck in a moment you can’t get out of
  • I still haven’t found what I’m looking for

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