Sum 41 - Screaming Bloody Murder - Cover
Große Ansicht

Sum 41 Screaming Bloody Murder


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf das fünfte Studiowerk „Screaming Bloody Murder“ der kanadischen Rockband Sum 41 mussten die Fans am Ende länger warten als gedacht. Eigentlich sollte die Platte bereits im Frühling 2009 als EP erscheinen, doch dann wurde das Vorhaben in einen Longplayer umgewandelt, der für den Spätsommer 2010 angekündigt wurde, aber tatsächlich erst jetzt, fast vier Jahre nach dem letzten Studioalbum „Underclass Hero“ (07/2007) auf den Markt kommt.

Für heutige Verhältnisse ist dies eine extrem lange Pause, die sich nur die größten Acts der Branche leisten können, da sich das Rad des musikalischen Geschmacks immer schneller dreht und Künstler dadurch schneller abgemeldet sein können, als ihnen lieb ist. Zudem erhielt „Underclass Hero“ insgesamt eher durchwachsene Kritiken, die von zu Tode betrübt bis Himmelhochjauchzend ausschlugen. Man wartet also nicht wirklich auf ein neues Album von Sum 41, so die Befürchtung.

Mit „Screaming Bloody Murder“ präsentiert Mastermind und Ex-Ehemann von Avril Lavigne, Deryck Whibley, den bis dato dunkelsten Longplayer seiner Band und verlässt darauf über weite Strecke den ursprünglich eingeschlagenen Punkrock-Pfad. Denn dazu fehlt den 14 Tracks einfach der Staub der Straße und das letzte bisschen Dreck unter den Fingernägeln. Deryck Whibley, der auch als Produzent des Albums auftritt, sucht sein Heil dagegen in fetten Stadionrocknummern („Jessica kill“), symphonischen Breitwandkompositionen („Holy image of lies“, „Sick of eveyone“), hymnischen Power-Popsongs („What am I to say“) und pathetischen Balladen, die man in dieser Form auch auf einem Avril-Lavigne-Album verorten könnte („Crash“).

Unterm Strich sollen die 14 Songs auf „Screaming Bloody Murder“ offenbar als zusammenhängendes Konzeptalbum verstanden werden. Doch damit hat sich Whibley verhoben! Musikalisch zu durchschnittlich und inhaltlich zu wenig fesselnd ist das, was dem Hörer auf der Scheibe geboten wird. Sum 41 entfachen nicht mehr als ein laues Lüftchen, von dem festgehalten werden kann: Für ein richtiges Konzeptalbum ist das Dargebotene eindeutig zu dünn und als Trägermedium für zwei, drei Hitsingles, die in einem Stapel Füllmaterial eingebettet sind, fehlen die besagten Kracher. Somit ist dieses Album leider nichts Halbes und nichts Ganzes und irgendwie überflüssig.

Anspieltipps:

  • Crash
  • Reason to believe
  • Time for you to go
  • Back where I belong

Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
6/10

Trouble Maker
  • 2017    
Diskutiere über „Sum 41“
comments powered by Disqus