Chris Shiftlett & The Dead Peasants - Chris Shiftlett & The Dead Peasants - Cover
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Chris Shiftlett & The Dead Peasants Chris Shiftlett & The Dead Peasants


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Volksmusik tut sich wirklich schwer in Deutschland jüngere Interpreten zu begeistern. Diese hängen sich lieber an Rock oder Pop und das zumeist noch in englischer Sprache. Die deutsche Volksmusik scheint sich eines Attributes klar zu entbehren: Zeitlosigkeit. Ganz im Gegensatz dazu steht die Country- und Americana-Schiene in den USA, die alle paar Jahre ihr Revival feiert. Zu präsent ist diese Stilrichtung, als dass nicht auch Musiker der neuen Generation nicht irgendwann auf diesen urwüchsigen Sound zurückkommen. Nicht immer sind die Einflüsse klar heraus hörbar, wie bei einem Joey Cape, der mit seinem Singer/Songwriter-Album lediglich Anleihen der typisch amerikanischen Musik gebrauchte. Sein Freund Chris Shifflett - den meisten als Foo-Fighters-Gitarrist bekannt -, der mit Joey zusammen auf einem Country-Festival spielte, war jedoch gleich so von der Stilrichtug angetan, dass er sich ganz auf die geigenartigen Gitarren und die staubige Grundstimmung des Country einließ.

Unaufgeregt und routiniert erklingen harmlose Rocker, die genau wissen, wie sich Country anhören muss. Aber Stilsicherheit allein bringt niemanden zum großen Erfolg. Wie erwähnt, sind die Lieder allesamt ziemlich harmlos. Bis auf leichte Tempoverschiebung lassen sich oft keine großartigen Unterschiede ausmachen und so sehr der Geschmack auch nach Country lechzt, will man kein zweites Mal erleben, dass „Bandaged“ und „God Damn“ allein vom Text her Unterscheidungsmöglichkeiten bieten. Warum es so selten zu Abwechslung kommt (wie in „An Atheists Prayer““), kann eigentlich nur damit erklärt werden, dass sich Shifflett in einen für ihn ungewohnten Klangraum begibt, den es erst zu erforschen gilt. Er ist ein Novize, der sich mit den Basics herumschlägt und so locker er dabei auch wirkt, so unflexibel sind die Arrangements in Wirklichkeit.

Selten kommt richtige Stimmung auf, die über Pullman-City-Niveau herausreicht. Da sind noch das schwungvolle „Baby Let It Out“ und die gelungene Ballade „Death March“ zum Abschluss. Hier zeigt sich, dass der Künstler phasenweise schon auf dem richtigen Weg ist. Er weiß hoffentlich selbst aber auch, dass er noch viel zu lernen hat und dieses selbst betitelte Album ihn wohl kaum in den Country-Olymp heben wird. Die Frage ist, ob es sich hierbei nur um ein Seitenprojekt aus Lust und Laune handelte oder der Kniefall vor Cash und Co. dauerhaft und permanent vollzogen werden soll.

Anspieltipps:

  • Baby Let It Out
  • Death March
  • An Atheists Prayer

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