Hytest - Dishing Out The Good Times - Cover
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Hytest Dishing Out The Good Times


  • Label: Impedance Records
  • Laufzeit: 27 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit Wolfmother die Musikszene ordentlich umgekrempelt hat, sieht man Australien wieder in einem ganz neuen Licht. Es tauchen immer wieder faszinierende Bands auf und da wird klar, dass der fünfte Kontinent mehr als nur die Minogue-Geschwister zu bieten hat. Da wären Jet, die mal ganz nah dran waren, den Kings Of Leon den Rang abzulaufen und natürlich The Veronicas, deren Song „Untouched“ für unzählige Games und Fernsehshows benutzt wurde. Die lieben Zwillinge interessieren uns aber nur in Sachen Popularität, denn Hytest sind klar den frühen Jet und Wolfmother zuzuordnen. Abseits der großen Weltpolitik schwelgen die Jugendlichen hier noch unbekümmert für alte Platten der Ramones und rocken dann selbst so staubtrocken, wie es sich die radiofreundlichen Kollegen aus dem United Kingdom und den USA kaum noch trauen.

Hier wird gnadenlos durchgerockt und nicht selten ist es den Jungs aus New South Wales völlig egal, wie lang und wie eingängig ihre Songs sind. Im Durchschnitt sind ihre Tracks nicht länger als zwei Minuten und prügeln sich geradezu in den Gehörgang der Hörer. Man kann sich unschwer vorstellen, wie die Massen bei Auftritten ausflippen können. Allerdings wird auch klar, dass eine Menge Potenzial verschenkt wird. Meist enden die Tracks, bevor das Lied sich richtig entwickeln konnte. Rohe Kraft und kerniger Rock in Ehren, aber es fehlt der letzte Feinschliff, womit gar nicht die Anpassung an den Markt gemeint ist, sondern schlicht, dass ein einziger Satz nicht immer für einen ganzen Song reicht und Tracks auch gern Haken schlagen dürfen.

Eine EP mit fünf oder sechs Liedern wäre um Einiges wirkungsvoller gewesen, wenn die ein oder andere Songidee mit einer anderen vereint worden wäre, so aber schmettert ein nicht mal halbstündiger Orkan durch die Zimmer der Hörer, der ohne Frage den Staub aus den Boxen bläst, aber an Konsistenz vermissen lässt. Einige geniale Momente können nicht über die abgehackten Stücke hinwegtäuschen, so präzise sie auch erscheinen möchten. Bevor die Schwungmasse wirklich in Fahrt kommt, ist ein Track auch schon wieder vorbei und das sollte nicht so oft passieren, dass man am Ende schwer sagen kann, wo ein Lied anfängt, es aufhört und wo zur Hölle noch mal der Höhepunkt war. Warum es nicht überall wie in „Abolisher“ oder „Rumblings Of A Mute“ sein kann, können nur die Hektik-Rocker aus Down Under beantworten.

Anspieltipps:

  • Abolisher
  • Rumblings Of A Mute
  • Magnet

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