Radar Brothers - The Illustrated Garden - Cover
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Radar Brothers The Illustrated Garden


  • Label: Chemikal Underground/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Januar 2008 war das Kapitel Radar Brothers eigentlich schon beendet. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger und so stellte Sänger und Gitarrist Jim Putnam mit Be Hussey (Bass, Keyboards, Gitarre) und Schlagzeuger Stevie Treichel die Band neu zusammen. Erstmal war Touren angesagt, um der Zusammenarbeit die nötige Feinabstimmung beizubringen. Schließlich ging man ins Studio, wo die Wiedergeburt der Radar Brothers den Tonträger „The Illustrated Garden“ hervorbrachte.

In Hussey und Treichel hat Putnam zwar zwei neue Mitstreiter gefunden, dennoch ist das aktuelle Album zu 100% Radar Brothers. Dafür sorgen Jim Putnams flockiges Gitarrenspiel und seine weiche, manchmal monoton gleichgültig klingende Stimme. Insofern hat sich nicht viel geändert gegenüber den vorigen Alben der Band. Genau hierin liegt das Problem. Nicht, dass Putnam kein guter Liederschreiber, Sänger und Gitarrist wäre, aber nach so vielen Bandjahren scheint sich das Potential für wirklich spannende und innovative Songs langsam zu erschöpfen.

Dennoch hat „The Illustrated Garden“ seine Highlights. Der Eröffnungstrack „Dear Headlights“ etwa mit plinkernden Pianolinien, die sich mit den psychedelischen Gitarrenläufen emporschwingen. „Rainbow“ schrammelt und twangt vor sich hin, um rhythmisch gleichförmig ins Nirgendwo zu galoppieren. „For The Birds“ und „Horses Warriors“ kommen mit beinahe beatlesquen Melodien daher, „Quarry“ und „Chickens“ dagegen als psychedelische Gitarrenpophymnen. „And The Birds“ und „People“ darf man als melodiösen psychedelischen Folk bezeichnen und das finale „Radio“ hat das Zeug zum Indie-Pop-Sommer-Hit.

Die Radar Brothers bringen Westcoast, Americana, Indie-Pop und Psychedelia schon seit 1996 zusammen. Da können Wiederholungen nicht ausbleiben. Wer die Band seit ihren Anfangstagen liebt, wird sie weiterhin lieben. Wer schon zwei oder drei Alben im Schrank hat und Unvorhergesehenes erwartet, sei gewarnt, denn trotz der Umbesetzung hat sich bei den Radar Brothers nicht viel geändert. Ob das nun gut, schlecht oder mittelmäßig einzustufen ist, hängt also mehr oder weniger vom Blickwinkel des Zuhörers ab.

Anspieltipps:

  • Dear Headlights
  • Horses Warriors
  • And The Birds
  • Radio

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