Tillmann - Geld, Gold & Glücklichsein - Cover
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Tillmann Geld, Gold & Glücklichsein


  • Label: B.U.M. Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Geld, Gold & Glücklichsein“ legt das bereits seit den 90er Jahren existierende, aus dem Großraum München/Augsburg stammende Trio namens Tillmann (aktuelles Line-Up: Thomas Kiemle, Nils Hermanski und Dieter Kandler) sein viertes Album vor, wobei seit dem letzten Output „Vorsicht, Fahrstuhl!“ (08/2006) einmal mehr viel zu viel Zeit ins Land gegangen ist, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.

Auch daran ist zu erkennen, dass der Kampf um die Popularität kein leichter ist und der Schritt von der in Fankreisen gefeierten Indie-Kapelle zu einer Band, die von ihrer Musik leben kann, den meisten Gruppen nun mal nicht vergönnt ist. Dabei wissen Tillmann im Prinzip, wie der Hase läuft: Sie spielen punkigen Power-Pop (mit deutschen Texten), der leicht ins Gehör geht und niemals zu sperrig ist, um nicht als massentauglich durchzugehen („Der Plan“).

Die Bayern bedienen sich musikalisch an Elementen der Neuen Deutschen Welle („Ich bin dabei“, „Gib mir ein Boot“), wofür auch die Auswahl der Coverversionen spricht. Dabei ist „Tänzer“ alias „Tango 2000“ (im Original von Nichts) durchaus gelungen, während die kraftmeiernde „Wo bist du?“-Version der Spider Murphy Gang überhaupt nicht funktioniert. Passend zu ihren punkigen Tönen gehen Tillmann textlich recht plakativ vor („Ich will reich sein und geil sein und überhaupt / Nicht arm und klein sein wie alle hier / Und ich will reich sein / Ein Stück sein und überhaupt / Und ich will Geld, Gold und Glücklichsein“) und laden ihre Hörer damit zum gepflegten Mitgrölen ein.

Bei grundsoliden Alben wie „Vorsicht, Fahrstuhl!“ und nun auch dem aktuellen Werk „Geld, Gold & Glücklichsein“ ist es schwer zu erklären, warum Tillmann bis heute so ein kleines Licht geblieben sind. Sie sind gewiss nicht schlechter als Dutzende anderer Bands da draußen, die ebenfalls im Power-Pop zuhause sind. Die meisten Stücke sind eingängig und das Album insgesamt schön rau und druckvoll produziert. Damit haben Bands in den frühen Neuzigern sogar die Charts gestürmt. Heute springen dagegen nur ein paar nutzlose „Freunde“ in sozialen Netzwerken dabei heraus. Verrückte Welt.

Anspieltipps:

  • Der Plan
  • Gib mir ein Boot
  • Keinen Augenblick
  • Wo immer du gehst
  • Monotonie in der Vorstadt

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