Babel - Crooked Timber - Cover
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Babel Crooked Timber


  • Label: Songs & Whispers/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Normalerweise kann man als Leser einer Rezension mit Fug und Recht ein paar Antworten erwarten. Vielleicht nicht unbedingt die schwerwiegend-philosophischen Antworten auf den Sinn des Lebens oder die Wirtschaftskrise, aber ein paar Infos müssen dann doch drin sein. Zum Beispiel: wer sind Babel? Was spielen Babel für Musik? Und was zur Hölle ist „Crooked Timber“? Wenn der Rezensent beim Beantworten dieser Fragen scheitert, dürften die Jungs und Mädels von der britischen Band genau das erreicht haben, was sie wollten. Denn der Sound des erst zweiten Albums „Crooked Timber“ ist genauso vielfältig wie einzigartig.

Dabei wird man beim Hören des ersten Titels „Apple Crack“ noch hübsch in Sicherheit gewiegt: ein bisschen Pop-Rock, ein bisschen Singer/Songwriter und einen Schuss Country- und Folk-Einfluss dazu. Das klingt schon mal locker und beschwingt, bereitet aber nur bedingt auf die Vielfalt vor, die im Laufe des Albums noch aus den Boxen kommen soll. Denn bereits bei Titel Nummer zwei haut ein knackiges Old-School-Hardrock-Riff den Rezensenten aus dem Sessel. „Never Had The Heart“ verbindet die bereits vorgestellten Einflüsse mit Indie-Rock der Marke Jet. Bei „End of The Line“ ist das schon wieder passé, denn das kommt als ruhige Nummer mit relaxter Grundstimmung daher.

Und so geht es weiter. Mal regiert ein angedeuteter Country-Flair („Hand Me Down“, „Hard To Love You“), mal die Songwriter-Akustik-Gitarre („Police Car“, „Rubbernecking“), nur um dann gleich wieder einen rockigen Alternative-Track („Trinity Thugs“, „Piece Of Me“) in die Gehörgänge gepustet zu bekommen. Dass das Ganze wegen all diesen unterschiedlichen Einflüssen nicht sofort wieder auseinander fällt, ist verwunderlich und dem grundsoliden Songwriting und den handwerklichen Fähigkeiten der begnadeten Musikern zu verdanken.

Sich selbst zu Beschränken scheint nicht in der Natur von Babel zu liegen. Während viele Kollegen gerne behaupten, einen einzigartigen Stil zu pflegen und wegen jeder bedingt-außergewöhnlichen Instrumentation ein eigenes Label für ihre Musik erfinden, gehen Babel ganz pragmatisch mit diesem Problem um. Die offizielle MySpace-Seite der Band bezeichnet den Musikstil ganz dreist als „Other“. Selten hat es eine Beschreibung so gut getroffen.

Anspieltipps:

  • Never Had The Heart
  • End Of The Line
  • Piece Of Me
  • Hard To Love You

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