Phil Collins - Going Back - Cover
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Phil Collins Going Back


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 78 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Going Back“ setzt dem Hörer handwerklich gekonnte, aber nur mäßig spannende Kost vor.

Phil Collins’ gelungene Abschieds-DVD vom Tourleben, „Finally... The First Farewell Tour“ (11/2004), tummelt sich kumuliert seit exakt 1½ Jahren in den deutschen DVD-Charts und wurde bis dato fast 250.000 Mal über die Ladentheke gereicht. Das zeigt, dass der 59-jährige Genesis-Schlagzeuger/-Sänger speziell beim deutschen Publikum immer noch grenzenlos beliebt ist. Dabei hat sich fast die gesamte Kritikergarde auf den gebürtigen Londoner eingeschossen und die späten Solowerke mehr oder weniger verteufelt.

Das ist aber nicht der Grund dafür, dass sich Phil Collins nach ca. 100 Millionen (plus weiteren 150 Millionen zusammen mit Genesis) verkauften Tonträgern acht Jahre Zeit gelassen hat, um einen Nachfolger von „Testify“ (11/2002) fertig zu stellen. Der gute Mann hat einfach zu viel um die Ohren mit Scheidungen, Genesis-Reunion-Tourneen, Musical-Kompositionen und seiner angeschlagenen Gesundheit. Nichtsdestotrotz hat die Zeit für Herrn Collins gereicht, um sich zum bevorstehenden 60. Geburtstag einen langgehegten Traum erfüllen: Er spielte ein Album mit den Lieblingssongs seiner Teenagerzeit ein und konnte dabei auf die legendären Funk Brothers Bob Babbitt, Eddie Willis und Ray Monette als Studiomusiker zurückgreifen.

Das war – wie man allein schon an den Bildern im CD-Booklet erkennen kann – ein diebischer Spaß für Phil Collins, der auch schon früher immer wieder Coverversionen aus der Epoche des Sixties Soul in sein Schaffen eingestreut hat („You can’t hurry love“, „A groovy kind of love“), nun aber gleich 25 (!) Songs am Stück covert. Somit ist das vorliegende Album zuerst einmal ein Geschenk, dass sich Phil Collins selbst macht. Der geneigte Hörer kann nun entscheiden, ob er den Engländer auf seinem Trip durch die 60er Jahre begleiten möchte.

Diesen bestreiten Collins und Co. auf „Going Back“ mit größtmöglicher Authentizität, sprich sie bleiben immer dicht am Original und kommen noch nicht einmal ansatzweise auf die Idee, moderne Einflüsse einzubringen. Das geht auch so in Ordnung, wenn der Hörer seine Erwartungshaltung dementsprechend anpasst und sich an den reichlich bekannten Songs nicht stört. Zudem ist Phil Collins’ Stimme im dicken Mantel eines Popsongs besser aufgehoben als in filigranen Sixties-Soul-Stücken wie „Never dreamed you’d leave in summer“ oder „Loving you is sweeter than ever“, mit denen Mr. Collins hörbare Schwierigkeiten hat. So ist das Vergnügen für Phil Collins wohl größer als für seine Hörer, denen der 59-Jährige auf „Going Back“ handwerklich gekonnte, aber nur mäßig spannende Kost vorsetzt.

Anspieltipps:

  • Some of your lovin’
  • You’ve been cheatin’
  • Something about you
  • Papa was a rolling stone
  • (Love is like a) Heatwave
  • You really got a hold on me

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