Robert Plant - Band Of Joy - Cover
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Robert Plant Band Of Joy


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine atmosphärisch dichte Platte, mit der sich Robert Plant ein weiteres kleines Denkmal setzt.

Der Erfolg mit dem „Raising Sand”-Album (10/2007), das Robert Plant zusammen mit der Countrysängerin Alison Krauss aufgenommen hat, erscheint noch immer unfassbar. Das Werk wurde vom Publikum und der Kritik gefeiert, erhielt fünf Grammy-Auszeichnungen und erzielte stattliche Verkaufszahlen im niedrigen Millionenbereich. Dabei war das Album alles andere als kommerziell und sicher auch nicht unbedingt nach dem Gusto der Robert-Plant-Fans.

Kühl kalkuliert, hätte Robert Plant auf seinem neuen Album „Band Of Joy“ in derselben Art und Weise weitermachen müssen, sprich die Kollegin Krauss wieder ins Boot holen und noch eine Ladung Bluegrass- und Blues-Tracks einspielen. Aber das wäre dann doch zu einfach und durchschaubar gewesen. Allerdings ist Plant auch ein Fuchs! Und so holte er sich mit Buddy Miller (58) als Co-Produzenten den Mann ins Studio, der schon auf der „Raising Sand“-Tour als Gitarrist im Line-Up war und genau wusste, wie Robert Plants Songs zu klingen haben. Denn immerhin nutzt Plant mit dem Titel „Band Of Joy“ den Namen seiner allerersten Band, die er als 17jähriger Bengel gegründet hatte.

Keine Frage, Experimente wären da sicher fehl am Platz. Außerdem präsentiert Plant auf „Band Of Joy“ keine eigenen Songs, sondern Interpretationen von amerikanischen Country-, Blues- und Folk-Klassikern, die zwar seine Handschrift als Musiker verpasst bekamen, aber nicht mit ihrer Tradition brechen sollten. So kitzelt der 62-Jährige auf der einen Seite aus Songs von u.a. Richard Thompson, Los Lobos, Low, Barbara Lynn und Townes van Zandt den Geist der Originale heraus und drückt auf der anderen Seite seinen Stempel auf, was allein schon an seiner unverwechselbaren Gesangsleistung liegt. Zudem ist mit Patty Griffin eine Duettpartnerin dabei, die mehr als einen Ersatz für Alison Krauss darstellt.

Das Ergebnis ist eine atmosphärisch dichte Platte, mit der sich Robert Plant ein weiteres kleines Denkmal setzt. Er legt zwar „nur“ ein Album mit Coverversionen vor, die aber auch nur von musikalisch gebildeten Hörern als solche ausfindig gemacht werden können. Dadurch kommt gar nicht erst Langeweile auf und „Band Of Joy“ klingt wie ein typisches Robert-Plant-Werk mit Eigenkompositionen, die freilich nicht in der Rockmusik verwurzelt sind, aber dennoch wie aus einem Guss funktionieren.

Anspieltipps:

  • Monkey
  • Silver rider
  • House of cards
  • Harm’s swift away
  • Falling in love again

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