RPA And The United Nations Of Sound - United Nations Of Sound - Cover
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RPA And The United Nations Of Sound United Nations Of Sound


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Man stelle sich vor, Robbie Williams ändert seinen Namen und geht musikalisch einen Tick in Richtung Americana, sprich: mehr Beats, kantigere Gitarren, aber wieder schön opulent was den Einsatz von Synths und Inszenierung betrifft. Da gibt es Bläser und Streicher, die für alte Hymnenatmosphäre sorgen, wie man sie sonst von Mr. Williams gewohnt ist. Aus Williams machen wir einfach Ashcroft und die pompöse Popparty kann steigen.

Wo liegt der große Reiz dieses Albums, wenn RW schon für dasselbe Popfeeling gesorgt hat? Diese Frage muss man sich selbst beantworten, da Musikklone mehr als genug vorhanden sind. Wirklich passieren tut im Opener leider nichts, aber der Klang ist schon mal gut. Bis auf die ewige Wiederholung des Titels „Are You Ready“ (oder eben wie er singt: „Yes, I’m Ready“) und die opulente Leitmelodie passiert nichts. Sechseinhalb Minuten sind da doch zu viel des Guten. Überhaupt halten die Tracks dieses musikalischen Zusammenschlusses nicht allzu viel von Entwicklung hier wird von der ersten Sekunde an mit der vollen Kraft geprotzt, die den Hörer einfangen soll. Im Gegensatz zur umschmeichelnden Magie, die Blur-Tracks meist mit sich bringen (die sich bekanntlich auch nur bedingt entwickeln), wird hier aber durchgehend auf den großen Klang gesetzt, was allzu schnelle aufdringlich klingt.

„America“ klingt schon fast zu großkotzig und man ist sich nicht sicher, ob die Interpreten sich bewusst sind, wie überselbstbewusst dieser Titel klingt. Die Plastikballade im Anschluss macht es nicht besser. Der arrogante Power-Pop in Form von „Beautitudes“ klingt glaubwürdiger. Leider. Denn gerade diese Tracks wirken viel zu schnell aufdringlich und nerven, anstatt mit ihrer Coolness punkten zu können. „How Deep Is Your Man“ ist der erste Titel, der es schafft, weder lahm, noch nervtötend zu wirken. Niemand weiß, warum es den Musikern nicht selbst auffällt, dass ihre Endlosloops keinen hinter dem Ofen hervorlocken. Auch zu eben genanntem Titel muss nämlich erwähnt werden, dass schlichtweg der eine entscheidende Moment fehlt, um den Track interessant erscheinen zu lassen. Allein nicht auf die Nerven zu gehen ist keine Grundlage für eine Beziehung.

Verzweifelt versuchen die United Nations of Sound noch ein paar Pseudo-Hip-Nummern abzuliefern, aber entbehren sich dabei jeglicher Idee und Substanz. Da war wohl jemand am Werk, der dachte, eine kernige Stimme und lauter Synth-Orchester wird uns schon den Hals retten. Finanziell tut es das vielleicht auch, als Künstler wurde hier jedoch auf ganzer Linie versagt und wer dieses Album im Zusammenhang mit dem Wort Inspiration erwähnt, sollte ernsthaft darüber nachdenken, das Album zu hören, bevor er ein Wort darüber verliert.

Anspieltipps:

  • Let My Soul Rest
  • How Deep Is Your Man
  • America

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