Martin Jondo - Sky Rider - Cover
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Martin Jondo Sky Rider


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Gerade beim öfteren Hören zeigen manche Tracks, dass ihre Halbwertszeit nicht allzu hoch ist.

Man muss nicht Christina Milan heißen, um zu merken, dass man die selbst geschriebenen Songs auch selbst singen kann und das nicht immer J-Lo und Co. machen müssen. Meistens ist auch weniger das müssen als das dürfen entscheidend, aber ohne Risiko keine Neuentwicklung. Wer bei Gentleman, Culcha Candela, Mellow Mark, Neneh Cherry, Silly Walks und noch weiteren Musikern auf der Gästeliste steht, muss ein gewisses Potential mitbringen. Wie besonders die ersten Namen erkennen lassen, ist der gebürtige Berliner mit koreanischen Wurzeln dem Reggae verfallen. Spätestens seit SeeeD und Gentleman ist Deutschland eine anerkannte Reggae-Macht und so sind die Weichen gestellt. Schon 2006 emanzipierte sich Jondo von seinem Gastdasein und stellte sich selbst mit „Echoes & Smokes“ ins Rampenlicht.

Jetzt folgt schon das dritte Album „Sky Rider“, das nach dem reduzierten „Pure“ wieder ausgiebiger und größer wirken soll. Das Gros des Albums wird durch Reggae-Rock beherrscht. Hier dürfen E-Gitarren und typische Rockstrukturen ihren Reggae-Konterpart suchen und zumeist auch finden. Martin Jondo beweist ein klares Gespür für seine Musikliebe. So ist es nicht nur der Titeltrack und Opener der diesen Stil zelebriert, sondern auch weitere Tracks („Cherry“, „Guiding Star“, „Close My Eyes“) sorgen für Friedenstänzen zwischen Rastas und Pop-Rockern, wobei es da sowieso keine Probleme geben dürfte. Wer nach angenehmem Rock für die Festivals des Sommers Ausschau gehalten hat, der dürfte Martin Jondo bereits gesichtet haben. Diese Songs rocken, ohne hart zu sein und entspannen, ohne lethargisch zu wirken. Der perfekte Mix für den viel zu heißen Nachmittag.

Natürlich gibt es auch diesmal ein oder zwei Balladen, um den Charakter des romantischen Jondos auch nicht falsch wieder zu geben. Funktionieren tun diese zwar, wirken aber ein wenig zu pauschal in ihrer Art („Broken Roses“). Da feiert man lieber zu Fernseh- und Videospieltitelanleihen wie „Dead Or Alive“ und „Fast Forward“. Gerade beim öfteren Hören zeigen manche Tracks, dass ihre Halbwertszeit nicht allzu hoch ist und sie vom perfekten Timing des Sommerreleases leben. Macht nix, es muss auch Saisonarbeiter geben. Martin Jondo sorgt für (nicht allzu abwechslungsreichen) Spaß, der erfrischend wie eine kalte Dusche wirkt. Genau das richtige bei diesem Wetter und wirklich schlecht ist diese Musik auch nicht, nur falls das Thermometer mal in die Tiefe fallen sollte.

Anspieltipps:

  • Sky Rider
  • Mr. Sunshine
  • Dead Or Alive

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