Tom Dice - Teardrops - Cover
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Tom Dice Teardrops


  • Label: B1/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Jedes Jahr versammeln sich 100 Millionen Zuschauer vor den TV-Geräten, um eine legendäre Veranstaltung zu sehen: Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß er früher und nun wird er neudeutsch als Eurovision Song Contest betitelt. Der größte Sängerwettbewerb Europas und einiger anderer Nicht-EU-Staaten zieht nach wie vor die Massen an. Lena mit dem britisch angehauchten „Satellite“ gewann für Deutschland nicht einmal so überraschend und auf Platz sechs kam ein junger Belgier namens Tom Dice. Sein Song „Me and my Guitar“ berührte das Publikum mit seiner sanften Art zu singen und bot typischen Singer/Songwriterpop, der eigentlich bei diesem Wettbewerb bisher eher selten zu finden war. Deutschland gab dem Sänger zwölf Punkte, das macht neugierig. Nun wird das Debütalbum des Belgiers veröffentlicht und man ist schon gespannt, was der Komponist, Gitarrist und Sänger Dice vollbracht hat.

Nach einem zarten ein minütigem Intro verzaubert schon der genannte Song vom Grand Prix mit kuscheligen Klängen und einem emotional berührenden Tom Dice, der nicht nur das weibliche Publikum voll überzeugt. Diesen Song schrieb Dice zusammen mit Jeroen Swinnen und Ashley Hicklin, ansonsten komponiert er alles trotz seiner erst 20 Lebensjahre selbst. Da gibt es das fast schon verstörende „Soldier for his country“, ein Anti-Kriegs-Song, welcher den auf Schmusesongs wartenden Hörer verblüfft. „Too Late“ oder „Carrying our Burden“ stehen für temporeiche Songs, die der Spielfreude der Band freien Lauf lassen, ein wenig nur, denn so richtig hart wird es selten. Stattdessen werden folkrockige Hymnen gereicht, die widerlegen, dass Dice nur sanft singen kann. „Forbidden Love“ verwirrt wiederum mit unheimlichen Klängen zu Anfang und stetigen Tempowechseln, die einen flotten Popsong mit viel musikalischer Abwechslung erschaffen. Auch „Broken“, eine waschechte Powerballade, die flott und gleichzeitig ergreifend klingt, beweist das hohe Niveau des Künstlers.

Die einzige Coverversion von Leona Lewis „Bleeding Love“ rundet die CD ab und Tom Dice modelt diesen Track durch die Reduzierung auf seinen gesanglichen Ausdruck so geschickt um, so dass er fast noch eindringlicher klingt als das Original. Es ist sehr erstaunlich wie viel musikalische Richtungen - Folk, Pop und Rock- der junge Belgier hier präsentiert, so viel Talent macht fast schon neidisch, dazu bietet er stimmlich sehr viele Varianten und begeistert durchaus. „Twelve Points Germany“ hat er einfach verdient und wir warten gespannt auf weitere musikalische Taten, denn einige feine Verbesserungen kann auch ein hochtalentierter Musiker wie Tom Dice noch einbringen.

Anspieltipps:

  • Me And My Guitar
  • Carrying Our Burden
  • Forbidden Love
  • Broken

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