Alice In Chains - MTV Unplugged - Cover
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Alice In Chains MTV Unplugged


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 71 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn Nirvanas „MTV Unplugged in New York“ das bekanntere Unplugged-Werk sein mag, brauchen Alice In Chains den Vergleich nicht scheuen.

Es wäre müßig, alle Reunions von einst (und möglicherweise jetzt wieder) erfolgreichen 90er-Jahre-Bands der letzten Jahre aufzuzählen. Mal von Sinn oder Unsinn dieses ganzen Umstandes abgesehen, ist in jedem Fall die Wiedervereinigung von Alice In Chains eine besondere: Schließlich galt es, die markante Stimme des Sängers Layne Staley, welcher im Jahre 2002 an einer Übedosis Heroin und Kokain verstarb, adäquat zu ersetzen. Eine schwierige Aufgabe, bedenkt man den hohen Wiedererkennungswert dieser rauchig-heiseren Stimme mit der besonders düsteren Ausstrahlung, welche jedoch von den verbleibenden Mitgliedern Jerry Cantrell (Gitarre), Sean Kinney (Drums) und Mike Inez (Bass) gemeistert wurde. Im Jahr 2009 veröffentlichten Alice In Chains mit dem neuen Sänger William DuVall das von Kritik und Publikum überraschend positiv aufgenommene „Black Gives Way To Blue“, bei dem DuVall zeigte, dass er der Aufgabe gewachsen und den Fußstapfen Staleys durchaus würdig ist.

Alice In Chains, als eine mit der Grungewelle in der ersten Hälfte der 90er Jahre erfolgreich gewordenen Band, gehören nebst Nirvana und Pearl Jam zu den Vertretern des Genres, die im Zuge der MTV Unplugged Reihe Konzerte spielten. Im Jahr 1996 fand die aufgezeichnete Akustikshow in Brooklyn statt und war eines der letzten Konzerte, die mit Sänger Layne Staley stattfanden. Die Band spielte dabei Songs von ihren Alben „Dirt“ (1992), „Alice In Chains“ (1995), den beiden EPs „Sap“ (1992), „Jar Of Flies“ (1994) und außerdem zum Abschluss den damals neuen Song „Killer Is Me“, ließen aber Songs des Debüts „Facelift“ (1990) aus. Zusätzlich wurde die Band vom zweiten Gitarristen Scott Olson begleitet, ansonsten blieben alle Songs auf die Basisinstrumente reduziert. Den fürs Akustikset umarrangierten Songs haftet eine tief-melancholische Stimmung an, die hauptsächlich von der besonderen Aura von Staleys krächzender Stimme erzeugt wird. Aber auch die Musik der Band scheint wie geschaffen für die akustischen Gitarren, welche schwerfällige, trübe Klänge erzeugen, die in ihrer Raubeinigkeit dem Gesang in nichts nachstehen.

Gleich die Eröffnung „Nutshell“ durchdringt in ihrer Intensität Mark und Bein: „And yet I fight / this battle all alone / no one to cry to / no place to call home”, singt Staley erstaunlich einfühlsam. Auch im weiteren Verlauf des 70-Minütigen Sets steht er im Zentrum dieser beinahe perfekten Akustikinterpretationen. Lieder wie „Down In A Hole“, „Rooster“, „Heaven Beside You” und insbesondere, das von einem tief vor sich hin rollendem Bass bestimmte, „Would?“ gehören zu den Höhepunkten dieses Live-Albums. Bedenkt man, dass dies 1996 das erste Konzert in drei Jahren von Alice in Chains war, ist die gemeinsame Leistung der Band erstaunlich. Auch wenn Nirvanas „MTV Unplugged in New York“ aus dem Jahre 1994 das wohl bekannteste Unplugged-Werk Seattler Bands sein mag, brauchen Alice In Chains den Vergleich ganz sicher nicht scheuen, denn sie spielten 1996 ein außergewöhnliches und großartiges Konzert im akustischen Gewand.

Anspieltipps:

  • Nutshell
  • Down In A Hole
  • Angry Chair
  • Heaven Beside You
  • Would?

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