Incognito - Transatlantic R.P.M. - Cover
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Incognito Transatlantic R.P.M.


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Weil Monologe auf Dauer nicht wirklich unterhaltsam sind, haben Incognito diesmal tatkräftige Unterstützung von Chaka Khan und Mario Biondi erhalten.

Wer als Begründer des Acid Jazz gilt, der hat es normalerweise gar nicht mehr nötig auf Kritiker zu achten. Man hat so viele und so viele eingesessene Fans, dass ein Rütteln an der Rangordnung der Musikhierarchie so unnütz ist, wie dieser Tage einen Regenschirm im Kofferraum zu haben. Der „Freeze“- und „Light Of The World“-Macher Incognito kommt in die Jahre, aber auch er folgt dem Prinzip der Reife. Für seine Art von Musik muss man schließlich nicht zwingend wie ein gestochener auf einer großen Bühne auf und ab rennen, sondern einfach nur den Geist der Musik zu erhalten. Jean-Paul Maunick hat in seinem Leben schon viel gesehen und es scheint mit jedem Album noch etwas dazuzukommen, was er zu erzählen hat.

Weil Monologe auf Dauer nicht wirklich unterhaltsam sind, haben Incognito diesmal tatkräftige Unterstützung von Chaka Khan und Mario Biondi erhalten. Tatsächlich tut diese Unterstützung dem Album auch mehr als nur gut. Viel zu routiniert wird der funkige Jazz Marke „Incognito“ heruntergespult. Gekonnt und genau richtig, aber auf die Dauer ohne wirkliche Höhen. Es mag mäkelig klingen, aber Incognito vergibt klar die Chance, die Lieder mit ihrer jeweils ganz eigenen Note zu verzieren. Alles wirkt wie aus einem Guss, jedoch auf Dauer nicht nur im positiven Sinne. Es scheint beinahe, als hätte man angefangen aufzunehmen, und gar nicht mehr aufgehört. Leider wurde dafür nur ein Ideenstrom gebraucht, anstatt verschiedene Einflüsse zu kanalisieren.

Ob etwas für die liebestollen Hüften (z.B. „All Of My Life“) oder für die Partyhengste „da wäre „Can’t Get Enough“) es ist für alle Acid-Jazz-Fans etwas dabei. Wer Genrefixiert ist und sich nach genau einer Art von Musik sehnt, der ist bei Incognito auf eine Goldader gestoßen (vorausgesetzt DAS ist die Art von Musik), denn so sehr er auch als Initiator seines Genres gilt, so muss man auch sagen, dass er sich kaum traut, über seinen Beckenrand hinauszugucken. Er schwimmt in bekannten Gewässern und kennt diese wie seine Westentasche. Wer auf Überraschungen oder Entwicklung bei Incognito hofft, der wird enttäuscht.

Anspieltipps:

  • Can’t Get Enough
  • All Of My Life
  • The Song

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