In This Moment - A Star-Crossed Wasteland - Cover
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In This Moment A Star-Crossed Wasteland


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

2007 erschien das amerikanische Quintett mit dem Debüt „Beautiful Tragedy“ auf der Bildfläche. Das Album wurde als ein ordentlicher Mix aus angesagten Stilrichtungen, allen voran Metalcore, wohlwollend aufgenommen und enthält auch die entscheidende eigene Note. 2008 folgte der zweite Langspieler „The Dream“, bei dem In This Moment auf Reife und Weiterentwicklung aus waren: So gut wie kein Shouting mehr, fast nur noch klarer Gesang, weg von der Modeerscheinung, hin zu erwachsenem Rock mit einer guten Portion Metal. Dafür wurden dann wieder Vergleiche mit Evanescence laut (vor allem, was die Balladen betrifft) und dem neuen Gesamtkonzept fehlte noch die gewisse Stimmigkeit. Doch jetzt scheint es die Formation um Sängerin Maria Brink begriffen zu haben. Wer eine Band mit Schreigesang liebgewinnt, möchte das Geschrei auch beibehalten, Weiterentwicklung hin oder her, denn die Mischung macht’s. Und die Eigenständigkeit innerhalb der Genregrenzen kommt mit der Zeit trotzdem, durch die Erfahrung. In This Moment haben es geschafft: Mit ihrem dritten Album „A Star-Crossed Wasteland“ haben sie sich musikalisch eingependelt.

Düsterer und härter als der Vorgänger soll es laut den Mitgliedern geworden sein. Der Eröffnungssong „Gunshow“ bestätigt die Aussage mehr als man es erwartet hätte. Nach ein paar einleitenden Sounds, die zum einen das Albumcover vertonen (dessen erneut recht kitschige Machart zu falschen Schlüssen verleitet) und zum andern eine Wild-West-Stimmung verbreiten, wird es richtig deftig. Ein langsamer, stampfender Beat, brachiale Gitarren und Marias aggressives Gekeife zwingen zum Mitwippen und erzeugen mit ganz einfachen Mitteln schon den ersten echten Hit des Albums. Was mit „Just Drive“ folgt, ist schon eher ein typischer In This Moment Song, in Tradition früherer Singles („Beautiful Tragedy“, „Forever“). „The Promise“ lässt dann wieder aufhorchen: Es handelt sich um ein wunderhübsches Duett mit einem gewissen Adrian Patrick. Er ist Sänger der Band Otherwise, die sich nach kurzer Recherche als sehr vielversprechend, aber leider noch unbekannt erweist. Der Song vereint viel Emotion und sehr harmonische Melodien mit einem ordentlichen Schuss Härte – ein klarer Höhepunkt des Albums und nach „Gunshow“ zu Recht auch schon als zweite Single bestätigt.

Weiter geht es angenehm abwechslungsreich; mal hart („Blazin‘“, „Iron Army“), mal zart („A Star-Crossed Wasteland“, „World In Flames“), mal beides zusammen („Standing Alone“, „The Road“), stets dominiert von Marias variablem Gesang, der durch einen sehr hohen Wiedererkennungswert glänzt. Die Frontfrau hat mehr Herzblut denn je in ihr Organ gesteckt, womit sie, wenn sie nicht gerade am Ende von „Standing Alone“ etwas zu arg schmachtet, umso überzeugender ist. Außerdem zeigt sie auch noch, dass Sprechen statt Singen ebenfalls ganz sexy sein kann („The Last Cowboy“). Das Album „A Star-Crossed Wasteland“ ist eine gut ausbalancierte Scheibe, auf der In This Moment ihren Stil gefunden zu haben scheinen. Die Western-Thematik, welche hier und da aufblitzt, ist eine nette Idee. Die Band verzaubert mit Balladen, gibt dem Trommelfell aber gerne auch mal die volle Breitseite, welche der Fan der ersten Stunde beim Vorgängeralbum bestimmt ein bisschen vermisst hat. Vor allem den Opener vergisst man so schnell nicht. Spätestens mit diesem dritten Album ist für die Hard-Rock-Metalcore-Truppe der Weg nach ganz oben geebnet.

Anspieltipps:

  • Gunshow
  • The Promise
  • A Star-Crossed Wasteland
  • Iron Army
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