Clueso - & Stüba Philharmonie - Cover
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Clueso & Stüba Philharmonie


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 133 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Clueso & STÜBA philharmonie“ macht als Gesamtwerk durchaus Sinn, gerade weil sich die Lieder so sehr von ihrem Ursprung entfernen.

Die Zusammenarbeit zwischen Clueso und der STÜBA Philharmonie hat sich über die Jahre zu einem immer größer werdendem Projekt entwickelt: Im Jahr 2004 spielte erstmals ein STÜBA Streicherquartett auf dem Song „Kein Bock zu gehn“ und im Laufe der Karriere des deutschen Popmusikers entwickelte sich daraus eine beständige Verbindung, die von einer gemeinsamen ersten Tour im Sommer 2007 und der Teilnahme an Stefan Raabs Bundesvision Song Contest 2008 hin zu einer einwöchigen Tour mit 80-köpfigem Sinfonieorchester führte. Der vorliegende Mitschnitt wurde im Hamburger Rolf-Liebermann-Saal des NDR im Rahmen dieser Konzertreihe aufgenommen.

So viel zur Entstehungsgeschichte des neuen Livealbums von Clueso, welches aus 25 Stücken, verteilt auf zwei CDs, besteht und nun zur Überbrückung der Wartezeit auf ein neues Studioalbum veröffentlicht wird. Die STÜBA philharmonie besteht aus jungen Musikern und Musikerinnen, die sich im Jahr 1999 – damals noch zu zehnt – im thüringischen Dorf Stützerbach zusammenschlossen. Wie es heißt, wurden die Lieder gemeinsam arrangiert und geprobt und somit lautet die Frage, die sich bei diesem Mammutprojekt stellt, ob sich die tiefgreifende Zusammenarbeit auszahlt und sich die eher kleinen und einfachen Popsongs von Clueso, die beileibe keine Steilvorlage für ein solches Vorhaben hergeben, glaubwürdig und passend auf Sinfonieorchestergröße aufbauschen lassen.

Im Zentrum des Livealbums stehen dabei weder die Songs Cluesos, noch der Künstler selbst, sondern ganz klar das Sinfonieorchester, welches sehr viel alleinige Spielzeit eingeräumt bekommt, ob nun bei dem „Prolog“, dem Zwischenspiel „Pause“ oder den jeweils über zehn Minuten langen Stücken „Gute Musik“ und „Vergessen ist so leicht“. Genau dies sind dabei die besten Momente des Albums, denn Cluesos Stimme, welche in Umfang und Variationsdichte in keinem Vergleich zu den pompösen Arrangements steht, will sich nicht immer so Recht ins Gesamtbild einfügen. Von den ursprünglichen Stücken ist meist nicht mehr viel zu erkennen. Erst wenn Clueso Höhepunkte wie „Kein Zentimeter“, „Chicago“ oder „Kein Bock zu gehn“ anstimmt, erkennt man die Stücke an ihrer Melodie. Der Gesamteindruck bleibt aber positiv, auch wenn sich gerade der Künstler, unter dessen Namen dieses Livealbum erscheint, als eigentliche Schwachstelle entpuppt.

Das Sinfonieorchester setzt sich auf „Clueso & STÜBA philharmonie“ jedoch gekonnt in Szene: Von den ganz ruhigen Momenten zum Beginn von „Schreibe Dir“ zum mächtigen Aufbau von „Vergessen ist so leicht“ bekommt man eindrucksvoll zu hören, was die jungen Musiker und Musikerinnen drauf haben. Auch das im Vergleich zurückhaltende Spiel von Stücken wie „Mitnehm“ oder „Kein Bock zu gehn“ mit langem Gitarrensolo weiß zu überzeugen.

„Clueso & STÜBA philharmonie“ macht als Gesamtwerk durchaus Sinn, gerade weil sich die Lieder so sehr von ihrem Ursprung entfernen und das Konzert als Ganzes geliefert wird. Dennoch ist es nicht ganz einfach, das Projekt zu bewerten, da die beteiligten Parteien – auf der einen Seite Cluesos nüchterner Gesang, auf der anderen das opulente Orchester – nicht immer zueinander finden. Trotzdem kann jeder Fan bei diesem Livealbum beherzt zugreifen und sich Clueso mal auf eine ganz andere Art zu Gemüte führen.

Anspieltipps:

  • Gute Musik
  • Niemand an Dich denkt
  • Chicago
  • Keinen Zentimeter
  • Gewinner
  • Vergessen ist so leicht
  • Kein Bock zu gehn

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