Life Of Agony - 20 Years Strong: River Runs Red Live In Brussels - Cover
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Life Of Agony 20 Years Strong: River Runs Red Live In Brussels


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 67 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Kenner, die nicht durch die rosarote Bandbrille schauen, ist der bittere Geschmack des Über-Recyclings mehr als nur ein leichter Nachgeschmack.

Schon 20 Jahre sind vergangen, seit die amerikanischen Rocker aus Brooklyn das erste Mal zusammen Garagenwände zum Wackeln gebracht haben. Im Zuge der Stimmung des Grunge, sowie des Breitbandsounds von Pink Floyd wollten Life Of Agony wohl den Mittelweg finden. Bestialische, tierische Härte und düstere Gedanken in Verbindung mit der epischen Breite von "The Wall". So wirklich gelungen ist das in den letzten zwanzig Jahren zwar nie, aber nichtsdestotrotz haben die New Yorker sich eine große Fangemeinde erspielt.

Nach dem Debüt "River Runs Red", das eben den Suizid thematisiert und als Konzeptalbum funktioniert, bewegten sich die Nachfolgealben in einfachen Strukturen und sanfteren Gewässern. Rock war immer noch und wird auch immer Programm bleiben, aber die Wut innerhalb der Akkorde ließ hörbar nach. Life Of Agony haben nun einmal mit ihrem Debüt Geschichte geschrieben. Zwar sind auch die gerade mal drei restlichen Alben ebenfalls gute Qualitätsware, aber allein die ewige Wiederbetitelung nach "River Runs Red" auf sämtlichen Live-Alben, zeigt die Omnipräsenz des Albums.

Überhaupt kommt man jetzt zu dem Punkt, dass dieses Live-Album bei aller Klasse ein Album ist, das die Welt nicht braucht. Inzwischen gibt es mehr Live-Mitschnitte aller Sorte, Art und Länge über Life Of Agony, ohne dass das Material sich groß erweitern konnte. Hardcore-Fans greifen natürlich dankbar zu und bilden sich hier und da Unterschiede ein. Tatsache ist, dass die Playlists sich nicht großartig verändert haben. Wie auch?

Vielleicht gehen der Band inzwischen die Ideen aus, obwohl "Broken Valley" eine andere Sprache gesprochen hat. An ihr altes Material kommen sie zwar nicht mehr heran, aber da das Debüt sowieso über allem thront (und zwar souverän), kennen die Mannen um Caputo diesen Druck zur Genüge. Für sich allein stehend ist dieses Live-Album eine gute Wahl einer noch besseren Band, die rockt und seit zwanzig Jahren zu den heimlichen Herrschern ihres Genres gehören.

Für Kenner, die nicht durch die rosarote Bandbrille schauen, ist der bittere Geschmack des Über-Recyclings jedoch mehr als nur ein leichter Nachgeschmack. Es ist Zeit für neues Material oder einen Schlussstrich. Man kann sich nicht ewig an die schimmernde Vergangenheit klammern. Der gute Sound und die hektische DVD sorgen dafür, dass am Ende keiner allzu laut murren wird.

Anspieltipps:

  • Underground
  • River Runs Red
  • Love To Let You Down

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