Frazey Ford - Obadiah - Cover
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Frazey Ford Obadiah


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Als ein Drittel der kanadischen Alternative-Folk-Formation The Be Good Tanyas, wo sie für die Lead Vocals zuständig ist und als vielseitiges Gespann bisher drei Alben aufnahmen, debütiert Frazey Ford mit ihrem Soloalbum „Obadiah“, das ebenso wandlungsfähig wie die Band ist. Ob Folk, Gospel, Blues oder Songwriter-Pop: Nachhaltiges Songwriting mit dem Gespür für sehnsüchtige Melodien und sinnbildliche Umarmungen ist Frazey Ford wie auf den Leib geschrieben. Vor allem die Ära der 60er/70er inspiriert die Kanadierin als Musikern wie Mensch gleichermaßen. Auf der Flucht vor dem Vietnam-Krieg zogen ihre Eltern nach Kanada, wo Frazey geboren wurde und sich zusammen mit ihrer Schwester und Mutter in den 80´ern auf eine Erkundungstour durch Asien aufmachte. Reisen als kraftspendende Quelle also und passend zur Karriere mit The Be Good Tanyas, die in den letzten zehn Jahre die Kritiker verzückten.

Zusammen mit Co-Produzent und Multiinstrumentalist John Raham, Trish Klein (E-Gitarre) von The Be Good Tanyas, Caroline Ballhorn (Vocals) und Fords Vermieter am Keyboard ergab sich eine tolle Atmosphäre, die man auf dem Album sehr gut wahrnehmen kann. Wundervolle Gitarren-Pickings, Klänge aus dem Wurlitzer-Piano, leichte Streicher-Beigaben und eine tighte Rhythmus-Sektion, die die mitunter fragilen Arrangements galant zusammenhält, sind nur Beispiele für eine intensive Instrumentierung, die genau so viel Erfahrung wie Gefühl atmet. Man nehme nur das bluesig perlende „I Like You Better“, das zauberhafte Piano-Spiel darin, die entdeckungswürdigen Percussions und natürliche die erhabene Stimme Frazey Fords. Pendelnd zwischen Melancholie und der Gewissheit, auch mal zupacken zu können, ist der Gesang variabel und in jeder Stimmungslage mitreißend.

Caroline Ballhorn und Frazey brillieren nicht zuletzt bei „Gospel Song“, einer vorerst nur sehr leise instrumentierten Gefühlsreise, bei der allein schon die Stimmen für Gänsehaut sorgen und mit ihnen die Percussions und Steel-Gitarre an Fahrt aufnehmen. Ein harmonisches Kleinod wie es im Songwriter-Buche steht, ist auch „Bird Of Paradise“, dem die Bläser und das karibische Flair vorzüglich anhaften. Abschließend kann man festhalten, dass Frazey Ford an die Werke der Be Good Tanyas anknüpft, dabei reduzierter, aber nicht weniger zwingend, den Hörer vollends erreicht, nur die Gesamtspielzeit ihren Preis mit (seltener) Langatmigkeit zahlen muss.

Anspieltipps:

  • Bird Of Paradise
  • Blue Streak Mama
  • I Like You Better
  • Gospel Song

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