Negative - Neon - Cover
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Negative Neon


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Negative aus Finnland strampeln sich nun schon seit ihrem Debütalbum aus dem Jahr 2003 ab, um in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem großen Schatten ihrer artverwandten finnischen Kollegen von The Rasmus und HIM herauszukommen. In ihrer Heimat hat das mit Nummer-Eins-Alben und -Singles bereits sehr gut geklappt, doch außerhalb Finnlands ist auf der Erfolgsleiter noch jede Menge Luft nach oben. Dabei ist der Sound des Quintetts nicht weit von dem ihrer kommerziell überlegenen Landsmänner entfernt.

Das zeigt einmal mehr das inzwischen fünfte Studioalbum „Neo“, das poppigen Hardrock mit Gothic-Touch und pathosgetränkten Keyboardschwaden irgendwo zwischen Bon Jovi, Linkin Park und eben The Rasmuns und HIM auffährt. Für Fans eben genannter Gruppen dürfte „Neon“ somit durchaus einen Hörversuch wert sein. Denn die Finnen begeben sich unter massiver Federführung ihres US-amerikanischen Majorlabels schnurstracks auf den aalglatten Highway der seelenlosen Breitwandproduktionen mit Blick auf Einsätze im Formatradio („Believe“). Der Spaß geht sogar soweit, dass der Warner-Bros.-A&R-Mann Jeff Blue aktiv in das Songwriting eingreifen durfte. Ein Hoch darauf, wer sich freiwillig von seinem Label ins Handwerk pfuschen lässt!

Jeff Blue weiß, welche Worthülsen und Harmonien notwendig sind, um den Mainstream von hinten aufzurollen. Schließlich gilt er als eine Art Vaterfigur von Linkin Park, die von Album zu Album immer mehr in die Konsensecke rutschen. Dahin steuern auch Negative, obwohl die Grundlage ihrer Musik immer noch im Hardrock begründet ist. Diesen peppen sie mit Gothic-Elementen („Kiss of hope“), den Hörer anspringenden Mega-Refrains („Fucking worthless“) und plüschigen Klangteppichen aus („No one can save me tonight“, „End oft he line“). Das kann kleine Mädchen beeindrucken – muss es aber nicht. Denn bis hin zur finalen Akustiknummer „Neon rain“ wirkt das Ganze von vorne bis hinten durchkalkuliert und frei von jeglichem Charme, was selbst jüngere Semester schnell merken sollten. Hoffentlich.

Anspieltipps:

  • Believe
  • Jealous sky
  • Blood on blood
  • Since you’ve been gone

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