Black Label Society - Order Of The Black - Cover
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Black Label Society Order Of The Black


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Und du, Zakk, machst dieses Mal bitte sinnvoll Pause. Danke!

Wer hätte das gedacht? Zakk Wylde ist kritikfähig! Nun gut, vielleicht hat sich der ehemalige Gitarrist von Ozzy Osbourne nicht unbedingt von unserem werten Chefredakteur ins Gewissen reden lassen, als dieser aufgrund der eher mageren Vorstellung von „Shot to hell“ (09/2006) behauptete "Mach doch einfach mal Pause!", aber bei einem bisherigen Veröffentlichungsrhythmus von einem Album pro Jahr ist die Wartezeit auf den Nachfolger „Order of the black“ doch ein wenig auffällig. Die Frage, die sich nun logischerweise stellt: Hat Mr. Wylde die ungewöhnlich lange Entstehungszeit seines mittlerweile achten Longplayers dazu verwendet ein Meisterwerk zu schaffen oder wollte er lediglich den Eindruck erwecken lange mit dem Songwritingprozess beschäftigt gewesen zu sein?

Der Auftakt ist mit dem midtempolastigen „Crazy horse“ jedenfalls gelungen und selbst wenn die Nummer nicht zu den Besten der Black Label Society gehört und die im Pressetext angepriesenen "brutalen Riffs" mit der Lupe gesucht werden dürfen, so können sich Fans immerhin über eine ordentliche Live-Hymne freuen, die den Kopf beim nächsten Auftritt gehörig in Rotation versetzen wird. Anschließend serviert Wylde und seine Truppe (Nick Catanese (Gitarre), John DeServio (Bass) und Will Hunt am Schlagzeug) mit "Overlord" ein wütendes Hardrock-Ungetüm, das trotz mehrmaliger Tempowechsel erstaunlich blass bleibt, während „Parade of the dead“ endlich in die Vollen geht und ein paar feine Riffs inmitten des rasanten Songgerüsts vom Stapel fallen lässt.

Danach wird ein neuer Kurs eingeschlagen und zwar darf gekuschelt werden, denn „Darkest days“ stellt die erste von vier weiteren Balladen („Time waits for no one“, „Shallow grave“, „January“, „Can´t find my way home“) dar, die sich vorrangig durch übermäßigen Pathos und kitschigen Ballast wie Streicher- und Pianoeinbindung bemerkbar machen, was natürlich hohe Chartpositionen versprechen soll, letzten Endes aber maximal mit einem schulterzuckenden Griff zur Skip-Taste gewürdigt wird. Abgesehen davon verbaut Wylde zwei sinnbefreite Instrumentals („War of heaven“, „Chupacatra“) in den restlichen Hardrockreigen und präsentiert außer dem an die Rock´n´Roll-Phase von Black Sabbath („Never say die“, „Technical ecstasy“) erinnernden „Black Sunday“ und dem von lautem Motorenlärm umgebenen, in Lederjacken gehüllten „Godspeed hellbound“ nur abgehangene Ideen und jaulende Gitarren, die in ein züchtiges 70er Jahre Hardrock-Kleid gesteckt wurden („Southern dissolution“, „Riders of the damned“).

“I hate bands who are like "This is our heaviest yet”...so it´s just picking and screaming now? Or, “this is the fastest guitar playing I´ve ever done.” Then you´re listening to notes. My favourite artists - Zeppelin, Sabbath, Elton John - the whole thing is songs. “Back in black” wasn´t the heaviest or most vulgar AC/DC album - it has the best songs.” erläutert der Black Label Society-Vorstand, während “Order of the black” nach ein paar Durchgängen mangels guter Songs wieder im Regal verschwindet. Und du, Zakk, machst dieses Mal bitte sinnvoll Pause. Danke!

Anspieltipps:

  • Black Sunday
  • Parade Of The Dead
  • Godspeed Hellbound

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