Blind Guardian - At The Edge Of Time - Cover
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Blind Guardian At The Edge Of Time


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gut, dass Blind Guardian einfach nur Blind Guardian sind.

Ach was waren das für gute alte Zeiten! Damals, als Metal noch richtig hart war, als Refrains noch ins Ohr gingen und natürlich als Blind Guardian Alben noch so richtig Laune machten! Das jedenfalls ging tausenden Fans der deutschen Power-Metal-Institution wohl in den vergangenen Jahren immer wieder durch den Kopf. Denn die letzten beiden Scheiben, „A Night At The Opera“ und „A Twist In The Myth“, stießen bei weitem nicht überall auf Gegenliebe und die zunehmende Prog-Anbiederung der Band förderte die eine oder andere unbequeme Frage zu Tage. Zum Beispiel, warum derzeit jede zweite Band des Genres glaubt, dass der einzige Weg aus der Power-Metal-Sackgasse Progressivität heißt.

Diese Zeiten sollen nun mit einer Rückkehr zu den Klängen von „Imaginations From The Other Side“ und „Nightfall in Middle-Earth“ vorbei sein. Und gleich der Opener „Sacred Worlds“ bestätigt diese Einschätzung. Der bereits aus dem Computerspiel „Sacred II“ bekannte Track wurde für die Album-Veröffentlichung noch einmal überarbeitet und klingt nun tatsächlich deutlich besser und in sich stimmiger, als in der alten Version. Vielleicht hat man es mit der bombastischen Orchestration sogar etwas zu gut gemeint (auch scheint der eine oder andere Schnipsel aus Filmsoundtracks entlehnt zu sein), doch dank transparenter Produktion überlebt die Nummer knapp den Instrumentation-Overkill.

Deutlich weniger überladen kommen dagegen Songs wie „Tanelorn (Into The Void)“ und „Ride Into Obsession“ daher, die Erinnerungen an brettharte Taten aus der Vergangenheit wie „Born In A Mourning Hall“ wecken. Dank stimmiger Refrains und ordentlich Double-Base-Geballer dürften die Fans hier vollauf zufrieden sein. Dasselbe gilt übrigens auch für den traditionellen „Bard's Song“, der diesmal „Curse My Name“ heißt, und bei den kommenden Konzerten für Lagerfeueratmosphäre sorgen wird. Dazu gesellen sich eine Blind-Guardian-Anno-2010-Prog-Metal-Nummer („Valkyries“) und mit „War Of The Thrones“ noch eine nette Pianoballade.

Zum Schluss des Albums gibt es mit „A Voice In The Dark“, einen typischen Blind-Guardian-Nackenbrecher, bevor es mit „Wheel Of Time“ noch einmal orchestral zur Sache geht. Bei dieser Nummer werden tatsächlich alle Register gezogen und Blind Guardian geben eine Lehrstunde in Sachen Songwriting: Härte, Abwechslung und Ideenreichtum – bei diesem knapp neunminütigen Epos stimmt wirklich alles. Zweifellos der stärkste Track des Albums!

Die Fans werden sich bei „At The Edge Of Time“ zweifellos über ein Blind-Guardian-Album wie aus dem Lehrbuch freuen. Wie auf einer Liste lassen sich alle notwendigen Zutaten der Reihe nach abhaken: Orchester? Haben wir! Den einen oder anderen Double-Base-Kracher? Mehrfach vorhanden! Ein nettes Liedchen für die Barden dieser Welt? Auch da! Die „guten alten Zeiten“ – ach was! Gut, dass Blind Guardian einfach nur Blind Guardian sind.

Anspieltipps:

  • Sacred Worlds
  • Ride Into Obsession
  • Curse My Name
  • Wheel of Time

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